Sachmängelhaftung bei Privatverkäufen

Die Sachmängelhaftung bei Privatverkäufen ist eine Absicherung auch für Produkte, die von privaten Anbietern gekauft werden.


Es ist immer wieder amüsant, wenn man die Angebotstexte liest, die private Verkäufer bei einem großen Onlinemarktplatz verfassen. Da stehen dann Sätze wie: „Da Privatverkauf wird keine Garantie und Gewährleistung gegeben“, oder: „Laut EU-Recht müssen auch private Verkäufer eine Sachmängelhaftung anbieten, das wird hiermit ausgeschlossen.“ Bevor man so etwas aufschreibt und dann veröffentlicht, ist es ratsam, sich über die Sachmängelhaftung bei Privatverkäufen genau zu erkundigen.

Welche Bedeutung hat die Sachmängelhaftung bei Privatverkäufen?
Eine Sachmängelhaftung tritt dann ein, wenn das Produkt sehr von dem Angebotstext abweicht. Auch ein privater Verkäufer kann sich nicht von dieser Haftung befreien. Wird zum Beispiel ein technisches Gerät als gebrauchsfähig verkauft, dann muss es funktionieren. Bekommt der Käufer ein defektes Gerät, hat der Verkäufer den Betrag zurückzuzahlen oder aber die Kosten für eine Reparatur zu übernehmen. Bei einem arglistig verschwiegenen Mangel beträgt die Frist der Verjährung sogar drei Jahre. Das heißt, dass der Käufer auch drei Jahre nach dem Erwerb des Artikels, einen Anspruch auf Ersatz der Kosten hat. Sollte ein privater Verkäufer einen gebrauchten Gegenstand verkaufen, dann muss diese Sache auch alle Eigenschaften aufweisen, die im Angebotstext geschrieben wurden. Hat der Verkäufer zum Beispiel geschrieben, dass das gebrauchte Handy eine Kamerafunktion hat und sollte der Käufer dann feststellen, dass diese Funktion defekt ist, dann kann er von dem Kauf zurücktreten. Der Verkäufer muss alle Kosten inklusive Porto zurückerstatten.

Welche Pflichten hat der Käufer bei einem Kauf von einem privaten Anbieter?
Allerdings ist auch der Käufer dazu verpflichtet, die Augen offen zu halten. Wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass er den Mangel aufgrund eines Fotos hätte sehen müssen, dann kann er sich nicht auf die Sachmängelhaftung bei Privatverkäufen berufen. Auch wenn er durch den Preis oder die Darstellung des Produktes schon hätte merken müssen, dass der Handel illegal ist, kann er sich ebenfalls nicht auf die Mängelhaftung berufen. Ein Beispiel dafür wären geschmuggelten Zigaretten, wenn hier eine osteuropäische Banderole angebracht wurde. Es ist also nicht möglich, dass ein privater Verkäufer grundsätzlich die Sachmängelhaftung ausschließt. Er kann dies zwar verkünden, aber vor einem Gericht wird er damit nicht bestehen. Wer würde denn auch ohne diesen Schutz noch bei einem privaten Anbieter ein Produkt erwerben? Leider lassen sich aber viele Käufer auf den Ausschluss der Mängelhaftung ein.