Sauerstoffzelt

Bei dem Sauerstoffzelt handelt es sich um ein medizinisch eingesetztes \"Gerät\", das den Sauerstoffanteil im Blut deutlich steigern soll. Somit werden Prozesse im Körper beschleunigt, etwa die Reifung neuer Zellen oder die Bildung neuer Muskeln.


Das Sauerstoffzelt wurde im Zweiten Weltkrieg entwickelt, als man feststellte, dass Brandwunden unter nahezu sterilen Bedingungen mit hohem Sauerstoffgehalt besser heilen. Durch das Sauerstoffzelt konnten auch Infektionsrisiken eingedämmt werden. Neben dem militärischen Bereich und der Bergsteigerei, wo das Zelt die Belastung für die Atmung bei extremen Höhenunterschieden ausgleicht, nutzen auch Sportler Sauerstoffzelte, um sich in Form zu bringen. Die wichtigste Anwendung jedoch findet diese Vorrichtung wohl im medizinischen Bereich, wo sie bei Erkrankungen der Atemwege und des Herzens angewandt wird, um die Sauerstoffzufuhr mit sauberer Atemluft zu erhöhen.
 
Durchführung
Sauerstoffzelte sind Überwürfe oder Kabinen aus Kunststoff, die durch Luftumwälzpumpen und spezielle Vorrichtungen einerseits die Sauerstoffkonzentration der Luft erhöhen und andererseits durch Filter die Atemluft von Verschmutzungen (wie Pollen oder Viren) befreien. Ein spezielles Abluftsystem fängt die kondensierte Luftfeuchtigkeit auf und transportiert sie nach außen.

  

In einem Sauerstoffzelt kann der Sauerstoffgehalt der Luft, der normalerweise etwa 20 Prozent beträgt, auf cirka 40 Prozent erhöht werden. So atmet der darunter gebettete Patient die angereicherte und gereinigte Luft ein.
 
Wirkung
Die Behandlung mit einem Sauerstoffzelt gehört zu den Sauerstoffbehandlungen, die davon ausgehen, dass jede Körperzelle durch eine verbesserte Sauerstoffzufuhr optimal arbeiten kann. Sportler, wie etwa Fussballer David Beckham, nutzen bisweilen ein Sauerstoffzelt, um den Sauerstoffgehalt der Atemluft zu reduzieren – so wird die Produktion roter Blutkörperchen angeregt und mehr Sauerstoff in die Muskeln transportiert. 

  

Die medizinische Anwendung des Sauerstoffzelts jedoch zielt im Allgemeinen darauf, die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen. Sinnvoll kann das etwa bei Atemwegserkrankungen oder in der Rekonvaleszensphase nach Herzerkrankungen sein. Auch Frühchen, deren Lungen sich noch nicht richtig entfaltet haben, werden oft unter ein Sauerstoffzelt gelegt. Bei chronischen Erkrankungen der Atemwege hat das Zelt außerdem einen weiteren positiven Effekt: Durch Filter wird die Atemluft von Verschmutzungen befreit, der Patient empfindet dies als deutliche Entlastung. Naturheilkundler empfehlen die Behandlung mit einem Sauerstoffzelt auch bei chronischen Gefäß- und Hauterkrankungen. Die zellerneuernde Wirkung des Sauerstoffs soll Beschwerden deutlich verbessern. Ältere Menschen können, auch wenn ihnen Bewegung an der frischen Luft schwerfällt, durch die Behandlung im Sauerstoffzelt ihre Sauerstoffzufuhr verbessern.
 
Einschränkungen
Sauerstoffbehandlungen können dann Komplikationen auslösen, wenn eine Erkrankung besteht, die eine Kompensierung der Sauerstoffzufuhr verhindert. Eine überhöhte Sauerstoffzufuhr äußert sich durch verlangsamte Atmung, im Ernstfall kann es gar zum Atemstillstand kommen. Bei sorgfältiger Überwachung des Patienten sind solche Extremfälle allerdings nahezu ausgeschlossen.