Die Finnen sagen Löyly, eigentlich ist es ein Dampfstoß, doch der Volksmund sagt Saunaaufguss.
In 10- bis 20-minütigen Abständen wird der Saunaaufguss vollführt. Er dient als zusätzlicher Wärmeanreiz, indem er schlagartig die Luftfeuchtigkeit erhöht, wenn das Wasser auf die Steine trifft. Je nach Volumen des Saunaraumes variiert die Saunaaufgussmenge und die Konzentration des Saunaduftes. Meist sind es circa 10 bis 15 g/m³.
Durch das Wedeln mit einem Handtuch kann man die verteilende Strömung des Saunaaufgusses beschleunigen. Im oberen Viertel des Raumes wird die Raumluft am stärksten angefeuchtet. Ganz nach dem physikalischen Grundsatz, dass der Niederschlag wärmt und die Verdunstung kühlt.
Wirkung des Saunaaufguss
Die normale Wirkung des Saunaaufgusses ist ein zusätzlicher Hitzereiz. Auf der kühlen Haut des Badenden wird die Wärmeenergie des niederschlagenden Wasserdampfes frei, welche verbraucht wurde, als das Wasser auf die heißen Ofensteinen tropfte. Wenn der Saunaaufguss durchgeführt wird, entsteht eine erhöhte Hitzeeinwirkung auf der Haut. Der Schweiß, welcher kühlend auf der Haut verdunstet, und das Sekret der Atemwegsschleimhäute werden durch den plötzlichen Anstieg der Luftfeuchte unterbrochen. In der Ruhephase des Saunabesuchers entsteht eine vier bis acht Millimeter starke Temperaturausgleichsschicht auf der Haut, durch Wedeln und Schlagen mit dem Handtuch beim Saunaaufguss reißt diese Schicht. Nun kann sich die Wärmeübertragung auf die Haut voll entfalten.
Der klassische Saunaaufgusskübel besteht aus Holz und ist idealer Weise mit einem Kunststoff-Innenteil ausgestattet, er sollte etwa fünf Liter Fassungsvermögen haben. Saunaaufgusskübel aus Vollkunststoff oder Metall sind als Alternativen ebenso erhältlich. Normalerweise gibt es hierzu noch eine Schöpfkelle aus Holz oder Metall.
Um den Saunaaufguss noch mehr zu genießen gibt es verschiedenste Konzentrate, zum Beispiel in Eukalyptus- oder Kräutervariationen. Jedoch sollte man die Benutzung solch eines Saunaaufguss-Zusatzes mit seinen Begleitern vorher absprechen, um geschmacklichen Unstimmigkeiten vorzubeugen.