Schadstoffe in der Muttermilch

Schadstoffe in der Muttermilch sind meist Umweltgifte. So gelangensie dann in den Körper des Säuglings.


Viele Mütter sorgen sich angesichts der besorgniserregenden Schadstoffbelastung in der Muttermilch. Obwohl die Konzentrationen der nachgewiesenen Substanzen stetig zurückgehen, können die Forscher jedes Jahr neu hinzugekommene Stoffgruppen ausmachen. Mittlerweile sind dem Bund für Natur und Umwelt (BUND) mehr als 350 Substanzen bekannt, die in der Muttermilch vorkommen können. Zu diesen hoch giftigen Chemikalien gehören sowohl Schädlingsbekämpfungsmittel (DDT und Lindan), Dioxine aber auch technische Hilfsstoffe (PCBs). Gefährlich sind diese Stoffe vor allem deshalb, weil sie besonders langlebig sind und sich in fetthaltigen Geweben anreichern. Sie können nicht über die Ausscheidungsorgane Leber und Niere an die Umwelt abgegeben werden, sondern verlassen nur über das Ausscheiden von Fett den Körper.

 
Die Muttermilch ist ein Hinweis für die Belastung des Körpers mit verschiedenen Umweltgiften. Da sich die Fremdstoffe stärker im Fettgewebe konzentrieren, sind besonders Schwangere und Stillende gefährdet, diese Schadstoffe in der Muttermilch an ihre Kinder weiterzugeben. Die im Körper der Mutter angereicherten Substanzen gehen während der Milchbildungsphase aus den Fettdepots in die Muttermilch über.

All diese synthetischen Stoffe werden aber nicht erst mit der Muttermilch auf das Kind übertragen, bereits während der Schwangerschaft gelangen die Substanzen – über das Blut der Mutter – in den Organismus des Kindes. Umweltgifte stellen besonders für Säuglinge eine große Gefahr dar, da sich der kindliche Organismus noch in der Entwicklung befindet. Gelangen diese Substanzen in den noch nicht vollständig ausgebildeten Körper, stören sie wichtige Prozesse, weil sie zu Zellschäden oder gar zum Zelltod führen (Zellgift). Die Folgen sind fatal: vergleichsweise harmlose Allergien, Störungen des Immunsystems, verminderte Fruchtbarkeit, Verhaltensstörungen oder Krebserkrankungen – alles mögliche Auswirkungen giftiger Substanzen.

Schadstoffgehalt gering halten
Aber die Schadstoffe in der Muttermilch sind nicht in ständig gleicher Konzentration vorhanden. Verschiedene Faktoren beeinflussen die jeweilige Menge der vorhandenen Gifte. Einer dieser Kriterien ist das Alter der Mutter. Mit dem Alter nimmt auch der Anteil der Schadstoffe in der Muttermilch zu. Auch bei Frauen, die während der Schwangerschaft sehr stark an Gewicht zulegen, liegt der Schadstoffgehalt höher. Festgestellt werden konnte des Weiteren, dass der Schadstoffgehalt mit jedem weiteren gestillten Säugling abnimmt, das heißt, Mütter, die zum ersten Mal überhaupt stillen, weisen die höchste Konzentration giftiger Substanzen in ihrer Muttermilch auf. Die Ernährung der Stillenden hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Menge der enthaltenen Schadstoffe. So ist mittlerweile bewiesen, dass der Verzehr großer Mengen tierischer Lebensmittel mit hohem Fettanteil, beispielsweise in Form von Wurst oder Fisch, hohe Schadstoffwerte in der Muttermilch begünstigt. Frauen, die selbst etwas tun möchten, sollten während der Stillzeit zudem auf eine Diät verzichten, denn der Fettabbau mobilisiert die im Körper gebunden Schadstoffe, diese gehen schließlich in die Muttermilch über.

 

Aufbewahrung der Muttermilch
Viele Mütter müssen aus beruflichen oder auch anderen Gründen Milch abpumpen. Sie kann durchaus bis zu 48 Stunden bei vier Grad Celsius im Kühlschrank (Dreisternefach) gelagert werden. Ferner besteht sogar die Möglichkeit, Muttermilch einzufrieren. Dies sollte am besten in einem festen Behälter aus Glas oder Hartplastik erfolgen. Kochen Sie die Gefäße vorher ab und versehen Sie diese unbedingt mit einem festen Deckel. Weiterhin können Sie spezielle Gefrierbeutel für Muttermilch in jeder Apotheke erwerben. Sie sind bereits sterilisiert und selbstschließend. Im gefrorenen Zustand ist Muttermilch dann ungefähr zwei Wochen haltbar, im Gefrierschrank (bei mindestens -20 Grad Celsius) sogar bis zu sechs Monaten und kann bei Bedarf im Wasserbad aufgetaut und erwärmt werden.