Schadstoffe in der Wohnung: VOC, Flammschutzmittel, Biozide, Schwermetalle und Schimmel

Schadstoffe in der Wohnung sind tückisch. Da sie unsichtbar sind, weiß man nie, welchen Gefahren man ausgesetzt ist.


Schätzungen zufolge atmet ein Mensch in 60 Jahren circa 270 Tonnen Innenraumluft ein. In der gleichen Zeit verbraucht er nur etwa 60 Tonnen Getränke und 30 Tonnen Lebensmittel. Dementsprechend wichtig ist die Qualität der Innenraumluft wichtig. Doch wenn man sich über häufig auftretende Schadstoffe infomieren will, kann man schnell den Überblick verlieren. VOC, Flammschutzmittel, Biozide, Schwermetalle und Schimmel sind bekannte Schadstoffe in der Wohnung.

VOC – Vorsicht bei Lösungsmitteldämpfen
VOC (Volatile Organic Compounds) sind flüchtige chemische Verbindungen. Sie werden zum Beispiel durch Autos freigesetzt aber auch durch Lösungsmittel, Klebstoffe, Lacke, Farben, Reinigungsmittel und Bodenbeläge, Holz und Wandverkleidungen.
VOC hat unter anderem Schuld am Treibhauseffekt und dem Sommersmog. Gerade in Inneräumen sind VOC-freisetzende Materialien sehr gefährlich. Deswegen sollte man nie Lösungsmittel einatmen und selbstverständlich auch jeden Hautkontakt vermeiden. Wenn man Lösungsmittel verwendet, sollte man immer Schutzkleidung, einen Atemschutz und eine Schutzbrille tragen, sowie ausreichend lüften. VOC können die Atemwege, die Haut und Augen reizen.

Flammschutzmittel in Elektrogeräten
Flammschutzmittel kommen unter anderem in den Gehäusen von Elektronikgeräten vor, aber auch in Kabeln, Teppichrücken, Dämmstoffen oder Montageschäumen. Gerade halogenierte Flammschutzmittel sind gesundheitsgefährdend. Sie können über Umwege in den menschlichen Körper gelangen. Da sie fettlöslich sind, können sie sich auch in fetthaltigen Lebensmitteln anreichern.

Biozide in Naturprodukten
Biozide sind Chemikalien wie zum Beispiel Pestizide, die Organismen, wie zum Beispiel Milben, Pilze oder Schnecken abtöten. In die Innenraumluft können Biozide vor allem über behandelte Naturprodukte, wie Wollteppiche, Kleidung gelangen. Hier hilft nur auf kontrollierte Ware zu vertrauen.

Schwermetalle entstehen unter anderem über Abrieb
Auch Schwermetalle können die Innenraumluft belasten. Hierbei handelt es sich um Verbindungen von Arsen, Quecksilber, Blei oder Zinn. Sie gelangen zum Beispiel über den Abrieb von Teppich in die Luft, sind aber teilweise auch in Anstrichen oder Holzschmutzmitteln. In Altbauten finden sich manchmal Asche- oder Schlackeschüttungen in den Zwischendecken, die ebenfalls durch Schwermetalle belastet sind.

Schimmelpilze entstehen durch Feuchtigkeit

Zum einen gibt es also chemische Schadstoffe in der Wohnung, zum Beispiel aus Möbeln oder Baustoffen. Zum anderen finden sich aber auch Schimmelpilze in der Wohnung. Schimmelpilzsporen sind immer in der Luft. Erkennen kann man sie erst, wenn sie eine Fläche mit feinen Fäden, den sogenannten Myzel „eingenommen“ haben. Es bildet Sporenträger mit vielen Sporen, die dann an die Luft abgegeben werden. Schimmelpilze können zu Heuschnupfen und Asthma führen, genau wie zu Haut- und Nasenreizungen. Auch Kopfweh und Müdigkeit sind typsiche Symptome, die durch Schimmel auftreten
Schimmelpilze vermeidet man in den meisten Fällen durch das richtige Lüften und Heizen. Statt die Fenster nur zu kippen, sollte man mindestens zweimal am Tag stoßlüften. Hinter Möbeln und schweren Gardinen muss die Luft zirkulieren können, auch Temperaturunterschiede wie zum Beispiel zwischen Wohn- und Schlafzimmer begünstigen die Schimmelbildung.