Schätze retten, Videokassetten digitalisieren!

Wer auch im digitalen Zeitalter noch Freude an alten Aufnahmen haben will, sollte seine Videokassetten digitalisieren.


DVD, Videostreams und digitale Filmformate haben die alte Videotechnik längst vom Markt verdrängt. Doch oftmals schlummern auf den Bändern noch wahre Schätze – das Video vom Abiball, mitgeschnittene Lieblingsmusikvideos oder der in der ganzen Klasse herumgereichte erste Splatterfilm. Doch die meisten Menschen haben gar kein Abspielgerät mehr und die Qualität der Magnetbänder, gerade der in den achtziger Jahren massenhaft produzierten VHS-Kassetten, verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Deshalb sollten Sie jetzt ihre Videokassetten digitalisieren!

Liebgewordene Relikte
Viele Menschen haben Videokassetten vor allem dazu benutzt, Sendungen, die sie aus Zeitgründen verpasst hätten aufzuzeichnen, um sie später anzusehen. Diese Videonutzer haben die Kassetten wahrscheinlich längst entsorgt. Doch etliche Filmfreunde haben sich umfangreiche Sammlungen ihrer gekauften oder mitgeschnittenen Lieblingsfilme zugelegt. Nicht jeder sammelt aber Filmklassiker, viele Sammlungen bestehen aus Perlen eher abseitiger Genres wie Zombie- und Splatterfilme oder nur im Fernsehen gezeigter Formate wie Dokumentationen oder Konzertaufnahmen. Nicht immer ist es deshalb möglich, die Sammlungen durch den Kauf der entsprechenden DVDs schrittweise zu modernisieren. Und auch nicht jeder hat die finanziellen Mittel dazu. Private Aufnahmen sind mit den alternden Kassetten ohnehin dem Untergang geweiht.

Digitalisierung
Es gibt jedoch eine kostengünstige und zuverlässige Methode, die Schätze zu retten. Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln lassen sich die alten Videokassetten digitalisieren. Kern der Digitalisierung ist die Umwandlung der analogen Videodaten in ein digitales Videoformat. Dies geschieht in einem Analog-Digital-Wandler (A/D-Wandler). Wer über einen A/D-Wandler verfügt, eine Grafikkarte mit Videoeingang und einen Videorekorder hat, braucht im Prinzip nur noch die passende Software um loslegen zu können.

Technische Voraussetzungen
Prüfen Sie, ob Ihre Grafikkarte einen passenden Videoeingang hat. Zusätzlich benötigen Sie nun einen A/D-Wandler. Eine qualitativ eher schlechte Alternative dazu stellt eine TV-Karte dar, eine gute Alternative ist eine spezielle Grabber-Karte. Handelt es sich um Kassetten aus einem Camcorder, kann dieser auch direkt an die Videokarte angeschlossen werden, sofern er mit einem digitalen Videoausgang ausgestattet ist. Die Umwandlung in digitale Daten geschieht dann bereits im Abspielgerät. Außerdem sollten Ihr Rechner und die Grafikkarte über genügend Rechenleistung sowie ausreichend Festplatten verfügen, damit die Digitalisierung einwandfrei klappt. Fehlende Kabel und Adapter bekommen Sie im Elektronikmarkt, die benötigte Software gibt es sowohl als kostenlose Freeware, aber auch als teure, professionelle Software. Auf den Internetseiten der bekannten Computerzeitschriften finden Sie zahlreiche Tests und Links zum Herunterladen der entsprechenden Programme.

Lagerung
Wenn Sie Ihre Videokassetten digitalisieren, können Sie wählen, in welcher Qualität und in welchen Formaten die Aufnahmen gespeichert werden sollen. Aufnahmen in hoher Qualität sind dazu geeignet, auf DVD gebrannt zu werden. Weniger wichtige oder kürzere Aufnahmen können in komprimierten Videoformaten auf der Festplatte gelagert werden, auf einfache CD-Rom-Rohlinge gebrannt oder zu mehren auf einer Daten-DVD gesichert werden. Jetzt haben Sie wieder Platz im Regal!