Schafsaugen - Gericht oder Mutprobe?

Bei diesem Gericht würden wohl die meisten von uns große Augen machen. Oder haben Sie schon mal panierte oder gekochte Schafsaugen probiert?


Wir alle kennen sie, die abstrusen Mutproben, die die Kandidaten in solchen Extremshows wie dem Dschungel-Camp „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ erfüllen müssen, um nicht von den Zuschauern aus der Show gewählt zu werden. Haben wir bereits mit einem Daniel Küblböck mitgelitten, der inmitten von Kakerlaken im Glaskasten versank, so verlangt die neue Extremshow auf RTL „Fear Factor“ erheblich mehr von ihren Teilnehmern – dazu gehört unter anderem auch das Auslutschen gekochter Schafsaugen.

Mutprobe oder Delikatesse? Die Antwort lautet: Katerfrühstück

  • Auch wenn wir Deutschen ein Gericht aus Schafsaugen als abartig, ekelhaft und somit als würdige Mutprobe betrachten, so gilt die Zubereitung von Hammel- Schafs- oder Lammaugen dennoch in vielen Kulturen als wahres Festmahl. Zum Beispiel in Ländern wie Kirgisien, Afghanistan, Turkmenistan, dem Jemen oder anderen orientalischen Ländern sind Schafsaugen eine beliebte Spezialität.
  • Wer kennt das nicht: man kommt nach einer durchzechten Nacht nach Hause, fällt todmüde ins Bett und erwacht am nächsten Tag mit einem gehörigen Kater. Sie leiden an Kopfschmerzen, Übelkeit und sonstigem Unwohlsein. Meist hilft dann nur eins: ein deftiges Frühstück, das sehr fettig und salzig ist. In der Mongolei schwört man hingegen auf ein anderes Hausmittelchen: Hier kann es durchaus passieren, dass Ihnen zum Katerfrühstück ein Glas Tomatensaft serviert wird, in dem ein Schafsauge schwimmt.

Die geschäftliche Zwickmühle durch Schafsaugen betrachtet

  • Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einem Geschäftsessen eingeladen. Da die Zubereitung von Schafsaugen in vielen orientalischen Ländern als besondere Spezialität zählt, werden sie den Gästen oft bei besonderen Gelegenheiten als Geste der Gastfreundschaft meist höchstpersönlich vom Gastgeber gereicht.
  • Lehnen Sie das Angebot des Gastgebers ab, so wird dieser das als Verstoß gegen die guten Sitten und somit als persönliche Beleidigung auffassen. Nicht gerade ideale Bedingungen, wenn geschäftlich verhandelt werden soll. Deshalb sollten Sie sich, falls Sie jemals zu einem Fest- oder Geschäftsessen in einem orientalischen Land eingeladen worden sind, bereits rechtzeitig eine stichhaltige Ausrede einfallen lassen, warum sie das Gericht nicht verzehren können.