Scheidung einreichen – Der lange Weg nach dem Ehe-Aus

Ist die Ehe nicht mehr zu retten, begeben sich viele auf den Weg zum Scheidungsanwalt. Doch eine Scheidung einzureichen, ist oft einfacher gesagt als getan.


Vor dem Traualtar denkt wohl kaum einer an ein mögliches Ende der Partnerschaft. Wenn jedoch der Alltag einkehrt, die Probleme sich häufen und schließlich nicht mehr bewältigt werden können, ist Scheidung in den meisten Fällen die einzige Möglichkeit. Allzu leichtfertig sollte diese Entscheidung jedoch nicht getroffen werden. Denn wer die Scheidung einreichen möchte, sollte einiges beachten.

Bevor Sie die Scheidung einreichen

  • Vor dem Einreichen der Scheidung sollten Sie sich über mögliche Alternativen Gedanken machen. So kann eine bloße Trennung zunächst sinnvoll sein und nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Stress ersparen.
  • Ein Scheidungsantrag kann erst dann gestellt werden, wenn die Ehepartner im Vorfeld Einigung über die Teilung des Hausrates, das Sorgerecht für die Kinder und Unterhaltszahlungen erzielt haben. Diese Scheidungsfolgenvereinbarung sollten Sie vom Notar beglaubigen lassen.
  • Die Scheidung einreichen kann nur ein beim zuständigen Familiengericht zugelassener Anwalt. Daher sollten Sie am besten zusammen mit Ihrem Ehepartner einen Anwalt aufsuchen, um alle notwendigen Formalitäten zu klären.

Keine Scheidung ohne Trennungsjahr

  • Bevor Sie einen Scheidungsantrag stellen können, müssen Sie und Ihr Ehepartner mindestens ein Jahr lang getrennt voneinander leben. Selbst wenn die Ehe nur von kurzer Dauer war, muss das obligatorische Trennungsjahr eingehalten werden, um die Scheidung einreichen zu können.
  • Beide Ehegatten müssen ein übereinstimmendes Trennungsdatum angeben. Andernfalls muss dem Gericht anhand von Meldebescheinigungen bewiesen werden, dass die Trennung tatsächlich zum angegebenen Zeitpunkt erfolgt ist.
  • Nur in Fällen der sogenannten Härtescheidung kann das Trennungsjahr ausgesetzt werden. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn der Ehegatte etwa gewalttätig oder drogenabhängig ist, sodass ein Abwarten der Frist nicht zumutbar erscheint.

Eine Scheidung kostet Zeit und Geld

  • Die Auflösung einer Ehe kann zu einer wahren Geduldsprobe werden. Im Regelfall liegen bis zu acht Monate zwischen der Antragsstellung und der vollzogenen Rechtsgültigkeit. Mitsamt dem Trennungsjahr kann eine Scheidung demnach bis zu zwei Jahre dauern.
  • Eine Scheidung einzureichen kann außerdem zu einer teuren Angelegenheit werden. Als Gegenstandswert der Scheidung gilt der dreifache Wert des addierten Nettoeinkommens beider Eheleute.
  • Für unterhaltsbedürftige Kinder werden je 225 Euro abgezogen. Der Endbetrag bestimmt dann die Gebühren für den Anwalt und die Gerichtskosten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.scheidungeinreichen.de.