Schlaf im Alter

Schlaf im Alter: Brauchen ältere Menschen tatsächlich weniger Schlaf oder ist die verkürzte Schlafdauer ein Indiz für Schlafstörungen


Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Dass der Schlaf wichtige Aufgaben übernimmt, darüber sind sich Fachleute weitestgehend einig, lediglich über die gesunde Anzahl der Stunden herrscht Uneinigkeit. So sprechen einige Forscher von sechs Stunden, die für die Regeneration des Organismus ausreichen, andere gehen von acht bis neun Stunden aus. Auch das Lebensalter soll einen entscheidenden Einfluss auf das tatsächliche Schlafbedürfnis haben. Während Babys durchschnittlich 16 bis 20 Stunden schlafen, sollen ältere Menschen nur etwa vier Stunden benötigen, um frisch und ausgeruht in den Tag zu starten. Aber stimmt das auch?

Der Schlaf im Alter ist anders
Schlafforscher widerlegen das Gerücht vom wenig schlafenden Senioren. Sie sagen, dass sich zwar die Art von Schlaf im Alter von dem jüngerer Menschen unterscheidet, die Anzahl der Stunden aber bleibt gleich. Der gesamte Schlaf-Wach-Rhythmus ist im Wandel begriffen und unterscheidet sich im hohen Alter radikal von dem junger Erwachsener. So ändert sich unter anderem die Verteilung der einzelnen Schlafphasen. Die Schlafabschnitte sind viel kürzer und weniger stark ausgeprägt. Während die Tiefschlafphasen in ihrer Häufigkeit deutlich abnehmen, nehmen die Leichtschlafphasen zu. Was heißt das nun? Leichtschlafphasen sind durch eine erhöhte Aufmerksamkeit der Umgebung gegenüber gekennzeichnet. Das kleinste Geräusch in der unmittelbaren Nähe der Schlafstätte kann ein Erwachen bewirken. Senioren sind also aufgrund ihres nur sehr flachen Schlafs anfälliger für sie umgebende Geräusche und Bewegungen, die Folge: sie erwachen in den frühen Morgenstunden und können nur noch sehr schlecht wieder einschlafen. Diese Aktivität in den frühen Morgenstunden wird vor allem von Angehörigen immer wieder beobachtet.

Schlafstörungen nehmen im Alter zu
Senioren leiden deutlich häufiger an Schlafstörungen als Kinder und Jugendliche oder Erwachsene. Das am häufigsten auftretende Leiden ist die sogenannte „senile Bettflucht“, das heißt, der Betroffene erwacht viel früher als ein junger Schläfer. Auch gesteigerter Harndrang ist dafür verantwortlich, dass ältere Menschen viel häufiger mitten in der Nacht munter sind. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieses Schlafdefizit häufig im Laufe des Tages ausgeglichen werden muss. Da Senioren in der Regel ihren Tagesablauf frei gestalten können und nicht an Verpflichtungen gebunden sind, legen viele von ihnen kleine Nickerchen ein. Demnach ergibt sich als letztendliche Schlafbilanz eine Zahl, die der von jüngeren Erwachsenen sehr nahe kommt.