Schleimstoffe in der Pflanzenheilkunde

Schleimstoffe helfen unter anderem Infekte abzuwehren und das Immunsystem zu stabilisieren.


Sogenannte Schleimstoffe sind eine Gruppe aus pflanzlichen Wirkstoffen, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und sich dann schleimig anfühlen. Die meistverwendeten Pflanzen, die solche Schleimstoffe enthalten, sind Heilpflanzen wie Ringelblume, Kamille, Arnika, und Eibisch. Man findet sie oft als Cremes und Gels gegen Entzündungen. Aber auch in der unterstützenden Behandlung von Immunschwäche und Tumoren, werden diese Pflanzen aufgrund des Schleimstoffgehaltes verwendet.

Für eine entzündungshemmende Schutzschicht
In den Pflanzen befinden sich die Schleimstoffe in den Membranen, die die Pflanzenzellen begrenzen, und in den Vakuolen, den Zellsaft-“Behältern“. Kommen sie mit Wasser zusammen, quellen sie schnell und stark auf, sodass eine viskose Flüssigkeit entsteht. Damit wird schließlich erkranktes beziehungsweise entzündetes Gewebe überzogen. Auf diese Weise werden diese kranken Stellen davor geschützt, dass noch mehr Erreger eindringen, die Infekte auslösen oder die bestehenden verschlimmern. Diese Schleimstoffe dringen jedoch nicht in das kranke Gewebe ein, sondern bleiben stets an der Oberfläche.

Verwendung und Wirkung
Diese Stoffgruppe hat abgesehen von der schleimigen Konsistenz auch die Eigenschaft, das Gewebe, welches sie einhüllen oder bedecken, an der Oberfläche auch zu erweichen. Auch mildern sie die Reizung des erkrankten Gewebes, was sie zu einem besonders geeigneten Stoff bei der Behandlung von Entzündungen der Schleimhäute macht. Sie werden in verschiedenen Medikamentenformen zur Linderung von Reizhusten, Magen-Darmkartharren, Halsschmerzen und sonstigen Wunden verwendet. Darüber hinaus schwächen sie die Wahrnehmung von dem sauren Geschmack entsprechender Lebensmittel ab. Der saure Geschmack wird von ihnen gebunden, sodass wir ihn weniger wahrnehmen, obwohl er da ist. Aus diesem Grund schmecken beispielsweise Himbeeren für uns süßer als Johannisbeeren – erstere enthalten nämlich lediglich mehr Schleimstoffe. Diese säurebindende Eigenschaft wird auch bei der Behandlung von der Übersäuerung des Magens genutzt, wo es die überschüssige Magensäure neutralisiert.

Stabilisierung des Immunsystems
Einigen Schleimstoffen, die sehr komplex aufgebaut sind, wird seit einigen Jahren eine äußerst positive Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt. So soll es stablisierend und auch anregend darauf wirken. Infekte können insgesamt besser abgewehrt werden, wobei keine spezielle Infektionsart besonders „gut“ verhindert wird.
Bei der Behandlung von Tumoren konnte man bisher auch eine gute Wirkung erkennen, jedoch gelang bisher weder eine Erklärung dieses Wirkmechanismusses, noch eine ausführliche Untersuchung dieser Behandlungsmethode.