Schleudertrauma und Versicherung: Wann besteht Schadensersatzanspruch?

Wann können Sie einen Schadenersatzanspruch bei der Versicherung im Falle eines Schleudertraumas geltend machen und welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten?


Grundsätzlich gibt es zwei Arten des Schadensersatzanspruches, nämlich den gesetzlichen und den vertraglichen Anspruch. Ein gesetzlichen Schadensersatzanspruch, nach §823 Absatz 1 BGB besteht nur gegenüber demjenigen der den Schaden verursacht hat. Sollte der Schadensverursacher jedoch über eine entsprechende Haftpflichtversicherung besitzen, würde die Versicherung die Schadensersatzpflicht für den Verursacher übernehmen.

Schleudertrauma Versicherung
Der §823 Absatz 1 BGB wird folgender Maßen subsumiert: Durch eine Handlung der Person A wurde das Rechtsgut, hier die Gesundheit da es sich um Schleudertrauma handelt, der Person B verletzt. Die Handlung war ursächlich für den entstandenen Schaden. Dies muss widerrechtlich sein, dass heißt es darf keinen Rechtfertigungsgrund geben.
Dabei ist es irrelevant ob die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig verübt wurde. Wenn alle diese Tatbestände erfüllt sind, gibt es einen gesetzlichen Schadensersatzanspruch der Person B gegenüber der Person A.
Wenn die Person A über eine Haftpflichtversicherung verfügt, wird diese die Schadensersatzpflicht der Person A übernehmen. In solch einem Fall hätte die geschädigte Person einen Anspruch gegenüber der Versicherung des Verursachers.

Das Beispiel Schleudertrauma Versicherung bei einem vertraglichen Schadensersatzanspruch
Der vertragliche Schadensersatzanspruch bei einer Schleudertrauma Versicherung wird nach §280 Absatz 1 Satz 1 BGB subsumiert. Um einen vertraglichen Schadensersatzanpruch überhaupt zu haben, bedarf es einem Schuldverhältnis (§311 BGB) also einem Vertrag. Aus dem Vertrag ergeben sich Rechte und Pflichten für beide Vertragsparteien. Verletzt daraufhin eine der beiden Parteien seine Pflichten, kann die andere Partei Schadensersatz verlangen.

Ein Beispiel aus der Praxis
Die Person A hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, ein Bestandteil des Versicherungsvertrages war auch die vorübergehende Berufsunfähigkeit vereinbart. Im Falle des Eintritts des Schadens hätte die Versicherung die Pflicht die vereinbarte Summe für die vorübergehende Berufsunfähigkeit an den Versicherten zu überweisen.

Pflichtverletzung und Schadenssumme
Sollte die Versicherung dies verweigern wäre es eine Pflichtverletzung und würde dem Versicherten die Möglichkeit gewähren einen Schadensersatzanspruch gegenüber der Versicherung zu haben. Die Schadenssumme eines Schleudertraumas von der Versicherung bemisst sich nach der Dauer und den Behandlungskosten, dieser Schaden ist dann maßgeblich für die Ermittlung der Schadenssumme. Des Weiteren besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld, hier die grobe Übersicht wie hoch diese bei einer Schleudertrauma Versicherung ausfallen kann:

- ca. 250 € bei einfachem HWS- Schleudertrauma mit dadurch bedingter 8-tägiger Arbeitsunfähigkeit, Urteil des LG München I
-ca. 500 € für ein HWS- Schleudertrauma 1.Grades mit einer Minderung der -Erwerbsfähigkeit von 20 % für 4 Wochen, Urteil des LG München I
-ca. 2500 € für ein HWS- Schleudertrauma 1. bis 2. Grades und dauerhafter Minderung der Erwerbstätigkeit um 10%, Urteil des LG München I
-schweres HWS- Schleudertrauma
ca. 5000 € für ein schweres HWS- Schleudertrauma und teilweiser HWS- Instabilität, sowie dauerhafter Minderung der Erwerbstätigkeit um 10%, Urteil des OLG München.