Werden Schmerzen nicht adequat behandelt besteht die Gefahr, dass sich ein Schmerzgedächtnis bildet.
Wie entsteht ein Schmerzgedächtnis?
Fassen Sie beispielsweise vor dem Zerkleinern einer Zwiebel auf die Messerklinge, um das Messer auf die richtige Schärfe zu überprüfen, verspüren Sie aller Voraussicht nach einen dumpfen Druck, den Sie nicht als „schmerzhaft“ bezeichnen würden. Erhöhen Sie mit ihrem Finger den Druck auf die Klinge mutwillig, dürften Sie höchstwahrscheinlich von dem Warnsignal „akuter Schmerz“ davon abgehalten werden, sich eine Verletzung der Haut oder darunter liegender Organe zuzufügen. Angenommen, Sie fügen sich – gleichgültig ob gewollt oder ungewollt – Schmerz zu, erfolgt eine Meldung ans Schmerzzentrum, welches im Gehirn lokalisiert ist.
Das Gehirn lernt dazu
Infolge komplexer Auswertungen ist das Gehirn fähig, zu lernen, in welcher Körperregion Schmerz verursacht wird und es speichert diese Information ab. Hält der Schmerz länger an, ist zu beobachten, dass das Gehirn an der Stelle, wo die Informationen gespeichert werden, stetig an Substanz zunimmt, da die Speicherung der Informationen über die Schmerzentstehung mittels Neubildung zusätzlicher Synapsen (Verbindungen zwischen Nervenzellen) geschieht. Je mehr Synapsen gebildet werden, desto stärker empfinden wir Schmerzen. Bei sehr lang anhaltenden Schmerzen entsteht ein Schmerzgedächtnis, das uns sogar noch Schmerzen empfinden lässt, nachdem die Ursache des Schmerzes längst behoben worden ist. Das Gehirn erinnert sich permanent an das Leiden und dies tut uns weh. Dauern die Schmerzen länger als drei bis sechs Monate an, spricht man von chronischen Schmerzen. Um dies zu verhindern, sollte man frühzeitig Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol einnehmen, um die Ausbildung von einem Schmerzgedächtnis zu verhindern. Das gilt übrigens auch bei ganz banalen Schmerzen wie beispielsweise bei Kopfschmerzen.