Besonders in der Anfangszeit, in Stresssituationen oder während des Abstillprozesses kann das Phänomen des Milchstaus auftreten. In den Milchgängen befindet sich zu viel Milch, die Brust ist übervoll, spannt und schmerzt. Beim Milchstau ist es ganz wichtig, alle Milch aus der Brust zu entfernen, um keine Entzündungen herauszufordern. Hierzu empfiehlt es sich, vor dem Anlegen die geschwollenen Partien sanft auszustreichen. Alle Bewegungen sollten vorsichtig und mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt werden. Die Brüste dürfen auf keinen Fall gequetscht oder gerieben werden.
Kohl gegen Milchstau
Auch Wärmewickel – in Form von kurz abgekochten Kohlblättern – eine warme Dusche oder ein wohltuendes Brustbad können Abhilfe schaffen. Entspannende und wärmende Maßnahmen helfen, hartnäckige Verspannungen zu lösen und die Milch auf sanftem Weg aus der Brust zu bekommen. Zusätzlich sollten Sie das Kind öfter anlegen, etwa alle 1,5 bis zwei Stunden, auch ist es ratsam, es so lange trinken zu lassen, bis keine Milch mehr vorhanden ist. Während des Stillens empfiehlt es sich verschiedene Stillpositionen auszuprobieren, damit alle Milchdrüsen entleert werden. Schmerzt das Anlegen trotz dieser Maßnahmen, kann eine behutsame Kühlung der gereizten Brust helfen. Zu diesem Zweck eignen sich kühle Umschläge, frische Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank, Tiefkühlerbsen im Beutel oder Quark, der auf eine Folie oder ein Tuch gestrichen wird. Manchmal kann auch ein lose sitzender Still-BH gute Dienste vollbringen. In manchen Fällen hilft es auch, eine Weile gänzlich ohne einengenden Büstenhalter zu verbringen und die Milch herauslaufen zu lassen. Enge und einschnürende BHs sind ein Tabu, denn diese drücken die Milchdrüsen ab und behindern den Milchfluss.