Die Messung von Schmerzintensität ist ein generell schwieriges Unterfangen. Dies zum einen, weil das Schmerzempfinden ein hochsubjektiver Vorgang ist, zum anderen, da die Beschreibung der Schmerzintensität seitens des Patienten nur über Vergleiche, die der Patient zu ehemals empfundenen Schmerzen zieht, möglich wird. Um die Stärke des empfundenen Schmerzes für den Arzt nachvollziehbar und dokumentierbar werden zu lassen, ist der Patient oftmals darauf angewiesen, eine exakte Angabe, wie zum Beispiel „Es ist, als würde ich mit der Hand ins Messer des Rasenmähers fassen“ zu liefern. Eine solche Angabe würde jedoch voraussetzen, dass der Patient tatsächlich irgendwann in seinem Leben einen Unfall mit einem Rasenmäher erfahren hat, da er nur über diesen Weg einen derartigen Vergleich herstellen kann.
Wie beschreibt man Schmerz?
Angaben über das individuelle Schmerzempfinden des Patienten sollten aber einen festen Platz in jedem Diagnoseverfahren haben. Weil es, wie erläutert, für den Patienten schwierig sein kann, die Art seiner Schmerzen zu beschreiben, kann auf ein einfaches Hilfsmittel zur Mitteilung des Schmerzempfindens zurückgegriffen werden. Zeichnen Sie eine Linie und malen Sie an die zwei Endpunkte der Linie jeweils ein Gesicht. Dabei kommt es nicht auf künstlerische Fähigkeiten an, sondern auf die Möglichkeit zur Unterscheidung der beiden Punkte. Malen Sie daher an den einen Endpunkt der Linie ein Gesicht mit lachendem Mund und an den anderen Punkt ein Gesicht mit traurigem Mund. Das lachende Gesicht symbolisiert dann auf ihrer persönlichen Schmerzskala „gut erträglicher Schmerz“ oder auch „kein Schmerz“ und das traurige Gesicht steht für „maximal vorstellbarer Schmerz“. Ein solches Hilfsmittel können Sie selbst anfertigen oder aber unter der Bezeichnung „Visuelle Analogskala (VAS)“ im Handel erhalten.