Schmuck aus Elfenbein - was ist möglich

Schmuck aus Elfenbein unterliegt den Handelsbeschränkungen des Washingtoner Artenschutzabkommens und darf nur mit einem Herkunftsnachweis verkauft werden


Elfenbein wird hauptsächlich aus den Stoßzähnen von Elefanten gewonnen. Aber es gibt dieses Material auch aus fossilen Funden von Mammut, überdies von Tieren wie Walrossen, Nilpferden und anderen, die große Stoßzähne haben. Die aktuelle Herstellung und der Handel mit Schmuck aus Elfenbein sind problematisch. Elfenbein unterliegt dem Washingtoner Artenschutzabkommen CITES und einem absoluten Handelsverbot. Einigen afrikanischen Staaten ist der Handel damit in begrenzten Mengen gestattet. Derartiges Elfenbein muss einen Herkunftsnachweis haben. Mit der Herstellung von Schmuck aus Elfenbein befassen sich daher nur einige Spezialfirmen, die legale Bestände nachweisen müssen und entsprechend behördlich überwacht werden.

 

 

 

Ein teures Vergnügen

  • Schmuck aus Elfenbein ist daher verhältnismäßig selten und entsprechend teuer. In einigen afrikanischen Touristenländern wird derartiger Schmuck auf Märkten oder in Basaren angeboten.

 

  • Wer derartigen Schmuck erwerben will, muss auf einen Herkunftsnachweis bestehen. Sonst bekommt er bei der Wiedereinreise nach Deutschland Ärger mit dem Zoll. Unabhängig davon, dass solcher Schmuck auch etwa aus den Zähnen von Wildschweinen hergestellt wird.

 

  • Überdies gibt es vielen afrikanischen Ländern einen umfangreichen Schwarzmarkt mit Elfenbein. Dadurch hat das Handelsverbot seinen Schutzzweck in das Gegenteil verwandelt und Elefanten und andere Tiere, die sich für Elfenbein eignen, werden zunehmend gewildert. Die betreffenden Staaten bekommen dieses Problem nicht in den Griff.

Elfenbein: Die Verarbeitung ist schwierig

  • Elfenbein besteht aus Zahnbein und Kalk und ist sehr hart. Außerdem verliert es beim Trocknen an Volumen. Das macht die Verarbeitung sehr schwierig. Auch ist nicht jeder Stoßzahn dazu geeignet, daraus Schmuck herzustellen.

 

  • Verfärbungen, Fäulnis und Rissen schränken die Verarbeitung ein. Solche Stoßzähne müssen lange – manche Quellen sprechen von Jahrzehnten – trocknen und nur ein geringer Anteil des darin enthaltenen Elfenbeins eignet sich überhaupt dazu, daraus Schmuck herzustellen.

Schmuck aus Elfenbein wurde bereits seit der Antike geschätzt

  • Die Tradition, Schmuck aus Elfenbein herzustellen, ist sehr alt. Schon in der Antike wurden solche Arbeiten geschätzt. Im Mittelalter wurden vor allem die Bärten des Narwals verarbeitet. Zu der Zeit wurden die nördlichen Walrossbestände vor allem des Elfenbeins der Stoßzähne halber dezimiert.

 

  • Die Grönländer sollen im 13. Jahrhundert ihre Steuern an den norwegischen Hof mit Elfenbein bezahlt haben. Erst im späten Mittelalter brachte der Handel mit den Arabern Elefanten-Stoßzähne nach Europa.