Schmuck Geschichte - wie sich Menschen früher schmückten

Die Schmuck Geschichte reicht bis zu Beginn der Zeitrechnung. Damals wurden Zähne oder Steine zum körperlichen schmücken verwendet. Außerdem wurde der Schmuck als Tauschmedium...


Die Schmuck Geschichte ist so alt wie der Mensch selbst. Schon immer dienten besondere Stoffe zur Herstellung von Schmuck. Erde oder zerriebene Pflanzenteile boten die Grundlage für Körperbemalungen. Vor 100.000 Jahren begannen Menschen, Stoffe der Natur zu verändern, um sich damit zu schmücken. Das älteste gefundene Schmuckstück war eine Molluske, der Löcher enthielt, um ihn an einer Schnur aufzufädeln.

Schmuck in der Steinzeit
Höhlenzeichnungen belegen, dass sich Menschen beispielsweise mit Zähnen besiegter Gegner zierten, die als Trophäe um den Hals getragen wurden. Die Anfänge der eigentlichen Schmuckherstellung sind im Ägypten vor etwa 5.000 Jahren zu finden. Menschen dieser Zeit betrachteten Gold als das wertvollste Material, das zu Schmuckstücken verarbeitet werden konnte. Aber auch geschliffene Edelsteine oder gefärbtes Glas waren beliebte Materialien, um Schmuck zu schaffen. Man weiß über damals verwendeten Schmuck auch deshalb so gut Bescheid, weil sie regelmäßig in Begräbnisritualen eingesetzt wurden. So wurde den Pharaonen neben ihren Bediensteten auch ihr gesamter weltlicher Besitz mit ins Grab gelegt. Dazu gehörte auch der persönliche Schmuck.

Schmuck im Mittelalter
Im Mittelalter erhielt Schmuck neben seiner hauptsächlichen Funktion eine weitere. Er wurde als Tauschmedium und Geldersatz eingesetzt. Aus diesem Grund wurden edle Schmuckstücke des Öfteren eingeschmolzen und zu neuen Ketten oder Ringen verarbeitet. Nicht mehr die Ausgestaltung war entscheidend, sondern die mythische oder symbolische Bedeutung des Stückes selbst. Eine Brosche, eine typische Schmuckform des Mittelalters, wurde der Beschenkten oft als ein Zeichen der Liebe oder Verlobung übergeben. Europäische Einflüsse zeigten sich vor allem in dem damals typischen verschlungenen archaisch anmutenden Formen und Mustern.

Schmuck Geschichte: Viktorianisches Zeitalter
Neue Techniken der schmuckverarbeitenden Industrie machten es möglich, dass Edelsteine nachgebildet werden konnten. Damit war es auch für Menschen niedriger sozialer Klassen denkbar, sich mit ihnen zu schmücken. Dies resultierte in einem sprunghaften Ansteigen der Schmuckproduktion. Neben den preiswerten Edelsteinimitaten war aber auch Goldschmuck sehr begehrt. Dieser wurde in Form eine Kette umgehängt oder zum Anhänger verarbeitet. Beliebte Motive entstammten vornehmlich aus dem Tier- und Pflanzenreich. Neu hinzugekommen zum traditionellen Schmuck an der Hand oder um den Hals, war der Haarschmuck. Farbenprächtige Diademe zierten nun die Häupter der Damen.

Moderne Schmucktraditionen
Der Schmuckgeschmack der Neuzeit wurde in keiner anderen Epoche maßgeblich von politischen Ereignissen wie den Weltkriegen oder industriellen Entwicklungen beeinflusst. Auch Strömungen der Kunst trugen entscheidend dazu bei, der Schmuckindustrie neue Impulse zu verleihen. Der in der Malerei entstandene Kubismus ist nur ein Beispiel für die Art und Weise, wie sich bereits vorhandene Ideen auf die Gestaltung von Schmuck auswirken. Die Gegenständlichkeit verschwand fast völlig aus der Schmuckherstellung. Abstrakte Formen, neue Muster und ungewohnte Materialien treten nun an die Stelle traditioneller Formen und Motive. Heute hängen abstrakte Muster, Kreise oder halluzinatorisch anmutende 3-D-Kunstwerke an Ohren, im Bauchnabel oder der Augenbraue. Denn heutzutage ist es möglich, praktisch jedes Körperteil zu schmücken. Schmuckdesigner verwenden die kostbaren Naturmaterialien nicht mehr verschwenderisch, sondern setzen sie gezielt als besondere Akzente ein.