Schülernachhilfe - Helfen, sich selbst zu helfen

Den meisten Nachholbedarf gibt es deutschlandweit in den Fächern Mathe, Englisch und Deutsch - doch auch für andere Fächer benötigen viele eine Schülernachhilfe.


Etwa ein Drittel aller deutschen Schüler nehmen irgendwann einmal eine Form der Nachhilfe in Anspruch. Besonders bei kleinen Wissenslücken kann dies äußerst sinnvoll sein. Eine Dauereinrichtung sollten Nachhilfestunden aber auf keinen Fall sein.

Wann sinnvoll?
Um herauszufinden, ob Nachhilfestunden das sinnvollste für Ihr Kind sind, sollten Sie am besten mit dem Lehrer sprechen. Müssen einfach nur kleinere Wissenslücken gestopft werden, oder ist eine Lerntherapie, beziehungsweise ein Schulwechsel sinnvoller? Gilt es, einigen Stoff nachzuholen, ist eine Schülernachhilfe eine gute Idee. Versuchen Sie herauszufinden, womit der Leistungsabfall zusammenhängt: Macht dem Kind ein neuer Lehrplan durch den Umzug in ein neues Bundesland zu schaffen, ist es gestresst, oder liegt es vielleicht am Streit mit Mitschülern oder einer schwierigen Familiensituation? Geben Sie Ihrem Kind keine Schuld für die schlechten Noten, gerade jetzt sollten Sie das Selbstwertgefühl des Kindes stärken.

Verschiedene Formen
Auch wenn es Ihnen in den Fingern juckt: Eltern sollten nicht die Nachhilfestunden übernehmen. Für sie ist es erfahrungsgemäß schwer, das Lernen von der Erziehung zu trennen. Sinnvoller kann es sein, gleichaltrige Mitschüler oder auch etwas ältere Schüler als Nachhilfelehrer zu engagieren. Diese sind mit dem Stoff vertraut und kennen vielleicht sogar die Lehrer. Außerdem ist es für Ihr Kind sehr angenehm, auf Augenhöhe zu lernen. Hier sind etwa acht Euro die Stunde angemessen. Wohnen Sie in einer Universitätsstadt, können Sie auch Studenten anheuern, manchmal bieten auch Lehrer Nachhilfekurse an. Hier liegen die Preise zwischen zehn und 20 Euro. Meist lohnt sich die Investition, weil das Kind auch Arbeitsstrategien und Lerntechniken vermittelt bekommt.
Bei Legasthenie, einer längeren Krankheit oder einem Schulwechsel kann ein Nachhilfeinstitut sinnvoll sein, vorher sollten Sie aber unbedingt Angebote und Vertragsbedingungen prüfen. Eine Stunde kostet zwischen zwölf und 20 Euro, meist ist das Nachhilfepersonal sehr gut ausgebildet. Prüfen Sie außerdem, ob es ein Nachhilfeangebot in der Schule Ihres Kindes gibt. Möglicherweise gibt es eine Hausaufgabenbetreuung oder Förderunterricht am Nachmittag.

Für kleine Lücken
Auf keinen Fall sollte die Schülernachhilfe zur Dauereinrichtung werden, der Unterricht sollte nicht länger als neun Monate gehen. Ansonsten gewöhnt sich das Kind nämlich an die Unterstützung und verlernt, selbstständig zu lernen. Nachhilfe sollte stets das bleiben, was der Name verspricht: Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht nicht darum, dass die Lehrer dem Kind die Hausaufgaben abnehmen, sondern zeigen wie man selber lernt.