Kinder kommen im Grunde regelmäßig mit neuen Schürfwunden nach Hause und manche tragen sie sogar als stolze Male vor sich her. Schürfwunden gehören zu den häufigsten Hautverletzungen und sind in der Regel als wirklich harmlos einzustufen. Die Gefahr birgt vielmehr das Infektionsrisiko, welches bei Wunden immer besteht. Diese kaum schmerzenden und nur wenig blutenden Wunden heilen meist ohne Hilfe von alleine ab.
Oberflächliche Verletzung
Eine Schürfwunde entsteht, wenn die oberste Hautschicht, die Oberhaut, durch Abschürfung verletzt ist. Diese Wunden sind typischerweise breitflächig aber dafür nur sehr oberflächig. Die Wunden nässen meistens und tun im ersten Moment etwas weh. Blutungen treten nur auf, wenn auch die unter der Oberhaut liegende Lederhaut verletzt wurde. Bei einer geringen Verletzung der Lederhaut, sieht man eine für Schürfwunden sehr typische punktförmige leichte Blutung. Bei schwereren Abschürfungen können aber auch großflächige Blutungen auftreten und die Wunde schmerzt auch stark. Diese Verletzungen heilen in der Regel ohne Probleme schnell ab. Es bildet sich schützender Schorf, der schnell abfällt.
Versorgung einer Schürfwunde
Wenn es zu einer Schürfwunde kommt, sollte man diese nicht säubern, obwohl sie oftmals sehr verschmutzt sind. Ein Abspülen mit klarem Wasser zum Beispiel, würde den Schmutz eher noch tiefer in die Wunde spülen. Stattdessen sollte sie desinfiziert werden. Bestens dazu geeignet ist eine Desinfektion mit Jod, wie es schon zu Omas Zeiten gemacht wurde. Nur brennt dies unangenehm, was gerade bei Kindern nicht unbedingt erwünscht ist. Man kann auch Desinfektionssprays oder Alkohol verwenden. Diese Mittel erhält man bereits ab fünf Euro in Apotheken.
Ein wichtiger Punkt ist, dass man überprüft, ob man gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) geimpft ist. Die typischerweise verunreinigte Schürfwunde kann durchaus auch zur Infektion mit einem Krankheitserreger führen, was schlimmstenfalls Tetanus sein kann.
Normalerweise heilt eine Schürfwunde tatsächlich am besten an der Luft, ohne irgendwelche Pflaster, Verbände oder Salben. Es wird aber empfohlen bei Kindern eine Ausnahme zu machen, da diese sich gerne am Schorf der Wunde herumspielen und so immer wieder neue Erreger in die Wunde bringen könnten.
Wann zum Arzt?
Es passiert zwar selten, doch kann es durchaus vorkommen, dass es bei der Heilung zu Komplikationen kommt. Wenn man nach einer Verletzung beispielsweise Fieber bekommt, die Wunde eitert oder einen roten Rand bekommt, sollte man schnellstens zum Arzt gehen. Dies können nämlich Hinweise für eine Gürtelrose sein. Normalerweise aber verheilt eine Schürfwunde, abhängig von der Größe, spätestens nach zwei Wochen.