Schulwechsel wegen Mobbing - so helfen Sie Ihrem Kind

Die Bekämpfung und Sanktionierung aller Formen des Mobbings an Schulen ist schwierig und manchmal bleibt nur, einen Schulwechsel wegen Mobbing in Betracht zu ziehen.


Mobbing ist heute leider auch in Schulen nicht mehr unüblich. Ursprünglich wurde der Begriff in den USA für eine systematische Benachteiligung und – oder Hetze durch Kollegen am Arbeitsplatz benutzt. Ziel des Mobbing ist es dabei immer, das Opfer psychisch soweit zu destabilisieren, dass es sich gegen den Arbeitsplatz entscheidet und diesen verlässt. Während das Mobbing in der Arbeitswelt oft von Rivalität und Kompetenzneid getragen ist, begründet sich das Mobbing in der Schule auf rein irrationalen Beweggründen. Mobbing in der Schule tritt dabei nicht nur unter den Schülern auf, sondern kann auch von einem Lehrer gegen einen oder einige Schüler gerichtet sein oder von den Schülern – meist einer Klasse – gegen einen bestimmten Lehrer.

Versetzung der mobbenden Schüler

  • Die Versetzung mobbender Schüler in eine andere Klasse oder Schule ist möglich, häufig aber schwer zu vollziehen. Die Beweispflicht liegt hier auf der Seite des Opfers, die aber in den meisten Fällen schwer umzusetzen ist. Häufig wird Mobbing als Form einer systematischen Benachteiligung von Eltern wie Lehrern auch mit den zwischen Kindern auftretenden, manchmal heftigen Streitereien verwechselt.
  • Die Unterschiede hier sind allerdings fließend und aus einer Streiterei kann sich im Nachhinein eine Form des Mobbing entwickeln. Die Abwägung zwischen einem Schulwechsel wegen Mobbing und dem Versuch der Versetzung der mobbenden Schüler sollte daher aufgrund der herrschenden Faktenlage getroffen werden. Erkennt der Klassenlehrer den Tatbestand des Mobbing an und gibt es konkret zu belegende Vorkommnisse, kann dieser Weg erfolgversprechend sein.


Schulwechsel – was muss man beachten

  • Wenn die Sachlage verworrener ist, bleibt besorgten Eltern oft kein anderer Weg, als einen Schulwechsel wegen Mobbing anzustreben. Ein Schulwechsel wegen Mobbing sollte aber nicht übereilt in Betracht gezogen werden, auch weil der Wechsel des sozialen Umfelds oft mit einem Nachlassen der schulischen Leistungen bei einem Kind einhergeht. Zuerst empfiehlt es sich daher mit dem Klassenlehrer und der Schulleitung den Kontakt aufzunehmen.
  • Auch ein an diese Gespräche eventuell anschließender Schulwechsel ihres Kindes sollte dann von der Schule unterstützt werden, wenn diese ihre Besorgnis ernst nehmen. Rechtlich gesehen steht einem Schulwechsel auch mitten in einem Schuljahr bei ausreichender Begründung in den meisten Bundesländern kein Hindernis entgegen.