Auf eine von 80 Geburten kommen Zwillinge zur Welt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schwanger mit Zwillingen sind, wird größer, wenn es in Ihrer oder der Familie Ihres Partners schon Zwillingsgeburten gegeben hat. In diesem Fall bekommen Sie wahrscheinlich zweieiige Zwillinge. Auch nach einer Hormonbehandlung kommt es häufiger vor, dass Mütter schwanger mit Zwillingen sind. Identische, also eineiige Zwillinge (die immer dasselbe Geschlecht haben) entstehen, wenn sich ein befruchtetes Ei nach der Empfängnis in zwei Teile teilt. Jedes Baby hat die gleiche genetische Veranlagung, was dazu führt, dass sich die Babys wie "ein Ei dem anderen gleichen. Eineiige Zwillinge sind relativ selten. Beide Kinder haben dieselbe Plazenta, aber jedes hat seine eigene Nabelschnur und schützende Fruchtblase. Zweieiige, nicht identische Zwillinge sind sich nicht ähnlicher als andere Geschwister auch. Sie müssen nicht gleichgeschlechtlich sein.
Zweieiige Zwillinge
Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn zwei Eizellen gleichzeitig heranreifen und von zwei verschiedenen Spermien befruchtet werden. Sie haben je eine eigene Plazenta, Fruchtblase und Nabelschnur. So entwickelt sich der Embryo. Die neue Zelle, die sich aus Ei- und Samenzelle gebildet hat, teilt sich und teilt sich. Es werden vier, acht, sechzehn Zellen und so weiter. Diese Zellkugel nistet sich 11 bis 14 Tage nach der Empfängnis in die Gebärmutterschleimhaut ein. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die ursprüngliche Zelle bereits viele Male geteilt und weiterentwickelt. In diesem Entwicklungsstadium ist das neue Leben sehr empfindlich. Die Zellkugel teilt sich danach in zwei Teile. Der eine Teil wird den Embryo bilden (so nennt man das sich entwickelnde Baby während der ersten elf Wochen), und der andere entwickelt sich zu der Plazenta, dem Mutterkuchen des Babys, der während der Schwangerschaft Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blutkreislauf der Mutter in den Blutkreislauf des Babys überträgt.
Plazenta
Die Plazenta ist durch das eine Ende der Nabelschnur mit dem Baby verbunden. Das andere Ende der Nabelschnur ist in die Gebärmutterwand eingebettet. Die Plazenta hat auch die Aufgabe, Urin und andere Stoffwechselabbauprodukte vom Baby auf die Mutter zu übertragen. Früher dachte man, dass die Plazenta auch eine Art Barriere darstellt, die giftige Stoffe aus dem Blutkreislauf der Mutter herausfiltert. Doch seit den schrecklichen Contergan Fällen in den sechziger Jahren weiß man, dass diese Annahme falsch ist. Nehmen Sie deshalb keine Medikamente, die Ihnen nicht ausdrücklich in der Schwangerschaft verschrieben werden. Das Fruchtwasser Das Fruchtwasser ist eine klare, wässrige, leicht süße Flüssigkeit, die sich in der Fruchtblase befindet und das Baby in der Gebärmutter schützt.
Fruchtwasser
Das Fruchtwasser hat viele wichtige Funktionen. Es bietet einen sicheren "Pool", in dem das sich entwickelnde Baby gut geschützt ist und sich bewegen kann. Es fungiert auch als Schutzkissen, wenn von außen Druck auf den Bauch der Mutter ausgeübt wird. Etwa von der 16. Schwangerschaftswoche an trinkt das Baby das Fruchtwasser, das während der gesamten Schwangerschaft immer wieder neu gebildet wird. Die Chorionzottenbiopsie ist eine frühe Möglichkeit, um Aufschluss über krankhafte Veränderungen in der Erbsubstanz des Kindes zu erhalten. Meist in der 9. bis 11. Schwangerschaftswoche wird eine Gewebeprobe aus dem Chorion (eines der Eihäute, die die Fruchtblase bilden)entnommen und untersucht. Das Ergebnis einer Fruchtwasseruntersuchung liegt früher und schneller vor, ist aber mit einem erhöhten Risiko (Fehlgeburt) verbunden. Bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) wird zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche eine kleine Fruchtwasserprobe entnommen. Das macht man bei Frauen, bei denen ein statistisch höheres Risiko besteht, ein behindertes Kind zu bekommen (Down-Syndrom, auch Mongolismus genannt). Bereits ab dem 35. Lebensjahr wird diese Untersuchung empfohlen.
Für die Inhalte dieses Artikels ist die Verfasser: Alexander Helm verantwortlich.