Schwangerer Mann - über Ängste miteinander sprechen

Einer Studie zufolge haben Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen Hormonschwankungen und physische sowie psychische Beschwerden, die denen der Frau ähnlich sind - ein schwangerer Mann ist also keine Seltenheit.


Eine Schwangerschaft ist ein einschneidendes Erlebnis für die werdenden Eltern. Ist die Schwangerschaft erst einmal bestätigt, verändert sich damit der gesamte Alltag der werdenden Eltern. Hauptaugenmerk ist ab diesem Zeitpunkt das Wohlergehen und die Gesundheit des Ungeborenen, was prinzipiell dazu führt, dass die werdende Mutter von allen verwöhnt und umsorgt wird. Einer Studie zufolge haben Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen Hormonschwankungen und physische sowie psychische Beschwerden, die denen der Frau ähnlich sind. Dieses Phänomen hat vielerlei Gründe.

Schwangerer Mann: Typische Beschwerden
Zum einen reagiert der Mann unbewusst auf den wachsenden Bauch der Partnerin.
Er nimmt zu. Oftmals vollzieht sich diese Gewichtszunahme ohne, dass die Männer mehr essen. Der Effekt ist rein psychosomatisch zu erklären. Folge dieser Anzeichen während der Schwangerschaft, die man auch als Couvade-Syndrom bezeichnet sind, nicht selten Stimmungsschwankungen und Gereiztheit.

Angst vor der Vaterrolle
Während der Schwangerschaft der Partnerin entwickeln Männer oftmals ganz neue Ängste. Sicherlich spielt der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle hierbei. Der Mann sieht sich klassischerweise in der Rolle des Versorgers und Beschützers der Familie. Er meint, die Familie finanziell absichern zu müssen. Zwar ist dieses Modell heutzutage nicht mehr tragbar, da beide Partner in der Regel einen Beruf ausüben und sich diese Aufgabe teilen, jedoch ist es nicht selbstverständlich, dass eine werdende Mutter, im gewohnten Umfang ihren Beruf ausüben kann. Durch das Wachsen der Familie um ein weiteres Familienmitglied fürchtet der Mann seiner Rolle als Versorger nicht mehr in ausreichendem Maße nachkommen zu können. Hier müssen die werdenden Eltern gemeinsam über die finanzielle Zukunft der Familie sprechen und sich gegenseitig unterstützen. Oft beneiden Männer ihre Partnerin um das Erlebnis der Schwangerschaft. Denn anders als Frauen, die bereits während der ersten Schwangerschaftswochen, Gefühle für das Ungeborene entwickeln, bauen Männer vor der Geburt keine Beziehung zu dem Kind auf. Frauen erscheinen in dieser Phase ihres Lebens glücklicher und freuen sich auf das Baby. Der Mann fühlt anders und beneidet seine Partnerin um ihre Glücksgefühle und die große Aufmerksamkeit vonseiten der Familie und des Freundeskreises.

Schwangerer Mann: Weniger Freizeit, viele Verpflichtungen
Der Mann hat während der Schwangerschaft weniger Freizeit. Durch die neuen Pflichten und die wachsende Verantwortung für die Partnerin und das Ungeborene, fühlt sich der Mann um einen Teil seiner Freizeit beraubt. Ein entspannender und erholsamer Ausgleich für beide Partner wäre hier ratsam. Freunde und Familie können dem werdenden Vater am besten helfen, indem sie ihn aktiv in die Vorbereitungen für das Baby involvieren, um ihm zu zeigen, dass er genauso großen Anteil an der Freude und Verantwortung für das Ungeborene hat wie die Mutter. Bis zum vollständigen Verschwinden der Symptome kann es jedoch noch bis zur Entbindung dauern. Es ist wichtig, dass die Partner bis dahin offen über ihre Ängste und Sorgen sprechen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.