Schwarzarbeit melden – wo und warum?

Schwarzarbeit schädigt unser System und ist strafbar, deshalb sollte jeder Mensch mit einem Fünkchen Pflichtbewusstsein Schwarzarbeit melden


Das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung dient unter anderem dem intensiven Kampf gegen Schwarzarbeit. Entgegen landläufiger Meinung ist Schwarzarbeit ebenso wenig ein Kavaliersdelikt wie Autofahren nach zu viel Alkoholgenuss, sondern harte Wirtschaftskriminalität. Daher sollte jeder, der von einer solchen Beschäftigung erfahren hat, die Schwarzarbeit melden.

Was ist Schwarzarbeit?

Viele verstehen unter Schwarzarbeit nur, dass jemand eine Arbeits- oder Dienstleistung erbringt, ohne seine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge dafür abzuführen. Im Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung werden aber mehr Fälle erwähnt, bei denen Schwarzarbeit melden Pflicht ist. Schwarzarbeit ist danach zum Beispiel gegeben, wenn ein Unternehmer jemanden beschäftigt, ohne die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften zu beachten. Oder jemand arbeitet, obwohl er Sozialleistungen bezieht, und meldet dies nicht dem Leistungsträger. Auch wenn ein Gewerbe ohne Gewerbeanmeldung betrieben wird oder ein Handwerk ausgeübt wird ohne Eintragung in die Handwerksrolle, liegt Schwarzarbeit vor. Sehr häufig kommen diese Fälle vor auf dem Bau, im Bereich der Haushaltshilfen, in der Gastronomie oder der Gebäudereinigung. Zwischen acht bis zehn Millionen Menschen verdienen regelmäßig Geld durch Schwarzarbeit. Nach Schätzungen liegen die jährlichen Schäden der Bundesrepublik Deutschland dadurch bei mehreren Milliarden Euro. Reine Gefälligkeitsleistungen oder die typische Nachbarschaftshilfe ohne nachhaltige Absicht, Gewinn damit zu machen, sind keine Schwarzarbeit.

Schwarzarbeit melden - viele Gründe sprechen dafür
Die Schwarzarbeit nimmt in Deutschland zu. Schwarzarbeit melden wird daher immer wichtiger. Gesetzestreue Unternehmer, die alles korrekt anmelden und abrechnen, leiden darunter. Sie stehen in Konkurrenz zu denjenigen, die ihre Dienste „ohne Umsatzsteuer“ oder „schwarz“ anbieten und häufig preisgünstiger sind. Kostet eine Schwarzarbeiterstunde um die 20 Euro, müssen für eine korrekt berechnete Facharbeiterstunde oft schon 50 Euro in Ansatz gebracht werden.
Auch die bei den gesetzestreuen Unternehmern Beschäftigten werden beeinträchtigt, da unter der Schwarzarbeit die Auftragslage ihres Chefs leiden kann. Dadurch kann die Sicherheit des Arbeitsplatzes gefährdet sein. Bezieher von Sozialleistungen müssen angenommene Arbeiten dem Leistungsträger melden. Tun sie dies nicht und beziehen Lohn aus Schwarzarbeit, schädigen sie das ganze Sozialsystem, weil sie unberechtigterweise doppelt kassieren.  Den Finanzbehörden fehlen die Steuereinnahmen, die bei korrekten Arbeitsplätzen anstelle der Millionen Schwarzarbeiter in die öffentlichen Kassen fließen würden. Ebenso fehlen die Sozialversicherungsbeiträge in der Rentenversicherung, der Krankenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Pflegeversicherung. Wie dem Staat diese Einnahmen versagt werden, führt der Mangel an Beitragszahlungen durch die schwarz arbeitenden Mitarbeiter dazu, dass diese ihre Rentenanwartschaften nicht vergrößern. Aus all diesen Gründen ist Schwarzarbeit zu melden eine notwendige Pflicht der Bürger.

Zuständige Stellen für die Meldung über Schwarzarbeit gibt es viele
Schwarzarbeit erfüllt die Voraussetzungen von vielen Straftatbeständen wie zum Beispiel Steuerhinterziehung, Betrug oder Erschleichen von Sozialleistungen. Auch als Ordnungswidrigkeit werden einzeln aufgezählte Handlungen mit Geldbuße nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz bestraft. Da es sich um den Gesamtstaat, also uns alle, schädigende Wirtschaftskriminalität handelt, ist für Schwarzarbeit melden jede Polizeidienststelle, die Staatsanwaltschaft, die Agentur für Arbeit und insbesondere auch der Zoll zuständig. Ebenso kann Schwarzarbeit melden bei den Krankenkassen, den Finanzämter oder den Rentenversicherungsträgern eine Ermittlung in Gang bringen. Hat derjenige, der Schwarzarbeit melden will, den Wunsch anonym zu bleiben, wird ihm dieser in aller Regel erfüllt werden.