Die Medien haben eine neue Lieblingsseuche. Nach BSE und Vogelgrippe ist es nun die Schweinegrippe, die für Verunsicherung und ein komisches Gefühl in der Bauchgegend sorgt. Sollte diese Krankheit nicht eigentlich nur Schweine befallen und könnte auch ich mich anstecken? Hilfreich klärt Sie über die wichtigsten Fakten auf.
Die „Neue Grippe“
Bei der ursprünglichen Form der Schweinegrippe handelte es sich tatsächlich um einen Virus, der ausschließlich Schweine befällt. Sie wird via Tröpfcheninfektion übertragen, hat sich ein Schwein angesteckt, sind kurze Zeit später sämtliche Tiere des Bestands betroffen. Die Symptome betreffen hauptsächlich die Atemwege, es tritt Fieber und die vermehrte Bildung von Sekret auf. Bei der Schweinegrippe ist eine hohe Ansteckungsquote typisch, jedoch sterben nur wenige Tiere daran.
Manchmal kommt es – wie auch bei der Vogelgrippe – zu einem Übertritt der Spezies, das ursprüngliche Virus verändert sich und kann nun auch Menschen befallen. Der Typ, der derzeit für die Schweinegrippe-Fälle verantwortlich ist, trägt den Namen Influenzavirus A, Subtyp H1N1, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.
Was ist eine Pandemie?
Erstmals seit 1968 erklärte die Weltgesundheitsorganisation am 11. Juni eine Krankheit zu einer Pandemie und stuft sie somit als eine „Bedrohung der allgemeinen Gesundheit internationalen Ausmaßes“ ein. Diese höchste Alarmstufe bezieht sich aber keineswegs auf die Gefährlichkeit der Krankheit sondern auf den besonderen geografischen Verlauf. Nachdem die ersten Fälle in Mexiko beobachtet wurden, gibt es nun Fälle in zwei von sechs WHO-Regionen, ein weltweiter Verlauf ist nicht mehr auszuschließen. Mit dem „Ausrufen“ einer Pandemie wird auch bezweckt, dass den Regierungen genügend Zeit zur Vorbereitung auf den Notfall gegeben wird, etwa, um genügend Impfmittel herzustellen oder Krisenstäbe einzuberufen.
Deutliche Symptome
Die Symptome ähneln stark denen einer normalen Grippe. Es tritt plötzlich hohes Fieber auf, Glieder- und Muskelschmerzen, trockener Husten, ein trockener Rachen in Verbindung mit Halsschmerzen kommen hinzu, auch Durchfall, körperliche Schwäche, Schnupfen und Übelkeit sind typische Anzeichen. Durchfall und Erbrechen sind jedoch stärker ausgeprägt als bei einer klassischen Grippe.
Die Schweinegrippe kann einen milden und schweren Verlauf nehmen, dabei ist die Schwere der Krankheit nicht vom Immunsystem des Betroffenen abhängig, auch junge gesunde Menschen können daran sterben.
Effektiver Schutz
Die Schutzmaßnahmen lassen sich mit denen bei einer klassischen Influenza vergleichen. Zunächst sollte man nicht in ein Infektionsgebiet reisen und generell den Kontakt zu Erkrankten meiden. Dazu kommen besonders Hygienemaßnahmen. Man sollte sich öfter als gewöhnlich die Hände mit warmem Wasser und einer desinfizierenden Flüssigkeit waschen, einerseits, um mögliche Erreger abzutöten und einer weiteren Verbreitung vorzubeugen. Zudem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, damit sich die Viren, die sich auf der Handfläche tummeln, nicht in die Schleimhäute gelangen.
Vergleich klassische Influenza und Schweinegrippe
Bislang sind laut Angaben der WHO 28.000 Menschen in 74 Ländern an der Neuen Grippe erkrankt. Von diesen starben 141 Patienten, erst kürzlich konnte man von der ersten Europäerin hören, einer Schottin. In Deutschland sind bereits 100 Menschen erkrankt, aber bisher niemand gestorben. Vergleicht man diese Zahlen mit denen anderer Grippewellen, fällt auf, dass noch kein Grund zur Besorgnis bestehen sollte. Schon an der gewöhnlichen Influenza sterben jedes Jahr zwischen 5.000 und 15.000 Menschen, und das allein in Deutschland. Zwar hält der Direktor des Robert Koch-Instituts auch in Deutschland Todesfälle für möglich, aber Bundeskanzlerin Merkel beruhigte und erklärte, dass die Bundesregierung auf alle Eventualitäten vorbereitet sei.
(Stand 16. Juni 2009)