Seebestattung: Begraben zu Poseidons Füßen

Menschen, die das Meer lieben, wollen auch nach ihrem Tod dort zur Ruhe kommen. Mit einer Seebestattung ist das möglich.


Menschen, die zeitlebens zur See gefahren sind oder eine tiefe Verbindung zum Element Wasser haben, wollen nach ihrem Ableben sicher nicht in der Erde vergraben werden. Die bessere Alternative ist eine Seebestattung, der sie nicht nur ihrem Element wieder nahebringt, sondern auch dafür sorgt, dass der ewige Kreislauf der Natur wieder geschlossen ist.

Besonderheiten einer Seebestattung

  • Wie bei anderen alternativen Bestattungsarten auch, wird der Verstorbene zunächst eingeäschert und die Überreste in eine Urne gefüllt. Danach wird die Urne an ein Seebestattungsunternehmen weitergeleitet, das die Asche in eine Seeurne umfüllt. Diese ist aus speziellen Materialien gefertigt, die sich nach einer bestimmten Zeit im Meer auflösen, das sind beispielsweise gepresster Sandstein, Pappmacheé und Mineralien. 
  • Die Urne wird außerhalb der sogenannten Drei-Meilen-Zone auf rauem Grund – das sind solche Gebiete, in denen weder gefischt noch Wassersport betrieben wird – dem Meer übergeben. Dort verbleibt sie in den ewigen Fluten.

Ablauf einer Bestattung auf dem Meer

  • Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Beisetzung. Können oder wollen die Angehörigen nicht dabeisein, erfolgt eine stille Bestattung. In so einem Fall werden bei einer Fahrt gleich mehrere Urnen beigesetzt. Sind hingegen Familie und Freunde vor Ort, spricht man von einer begleiteten Bestattung. Da die Schiffe sehr klein sind, können nur wenige Angehörige an der Beisetzung teilnehmen, gibt es viele Familienmitglieder, Freunde und Kollegen, sollte im Vorfeld eine klassische Trauerfeier durchgeführt werden. 
  • Eine Seebestattung ist sehr standardisiert, so trägt die gesamte Crew Uniform, es wird die Fahne gehisst und eingeholt sowie die Steuermannspfeife geblasen. Der Kapitän spricht – in Abstimmung mit den Angehörigen – ein paar persönliche Worte und dann wird die Urne dem Meer übergeben. Blumen oder Gebinde sind aus Umweltschutzgründen leider nicht erlaubt. Abschließend fährt das Schiff eine Ehrenrunde um das Grab. Nun werden die genauen Koordinaten in das Schiffslogbuch eingetragen, sodass nach Rückkehr des Schiffes die Daten für die Angehörigen verfügbar sind. Sie erhalten eine Urkunde der Koordinaten und einen Auszug aus dem Logbuch. 

Rechtliche Voraussetzungen

  • Grundsätzlich kann sich jeder auf See bestatten lassen. Jedoch ist in einigen Bundesländern eine behördliche Genehmigung nötig. Hierzu muss der besondere Wunsch des Verstorbenen zum Ausdruck gebracht werden. Es reicht dazu die Aussage der Angehörigen, besser noch ist eine Bestattungsverfügung, in dem der Verstorbene ausdrücklich eine Seebestattung gewünscht hat. Neben dieser Genehmigung gibt es weitere Richtlinien. So gibt es feste Positionen für Seefriedhöfe, Schiffe, die Seebestattungen durchführen, müssen unter deutscher Flagge fahren und die Urne muss zusätzlich mit Sand oder Kies beschwert werden, damit sie schnell absinkt. 
  • Sie wünschen sich, in den wunderschönen weichen Wellen des Pazifiks zur letzten Ruhe betten lassen? Kein Problem. Ein deutscher Bestatter bietet Angehörigen die Gelegenheit, ihre geliebten Menschen im Paradies beizusetzen. Begleitet von tropischen Orchideen, entschwebt die Asche in das klare blaue Wasser. Eine solche Bestattung ist wesentlich billiger als etwa in der Nord- oder Ostsee und kostet, inklusive der Überführung der sterblichen Überreste ins Ausland, derzeit 2035 Euro.