Sehr zum Wohle: Anstoßen und Zuprosten

,,Cheers\", ,,Salute\" oder ganz einfach ,,Prost\" - das Anstoßen und Zuprosten ist auf der ganzen Welt verbreitet.


Früher stoß man an, um die Dämonen zu vertreiben, die stets für diesen unerklärlichen Rausch und den unangenehmen Kater am nächsten Morgen sorgten. Heute erhebt man sein Glas, weil es etwas zu feiern gibt – zum Beispiel einen Geburtstag, einen Geschäftsabschluss oder eine Hochzeit. Doch generell gilt heute: Das schlichte Zuprosten zeugt von mehr Stil als anzustoßen. Übrigens: Das weit verbreitete „Prosit“ steht für den Wunsch, das Gegenüber möge den Alkohol gut vertragen.

Anstoßen aus Angst
Im Mittelalter wurde der Wein noch aus Tonkrügen getrunken und das Anstoßen war eher ungestüm, sodass der Wein schnell überschwappte – und das mit gutem Grund. Hätte einer der Anwesenden nicht mit angestoßen, hätte er sich schnell verdächtig gemacht, einen der Weine vergiftet zu haben. Aus Angst sich ebenfalls zu vergiften, verzichtete daher schon so manch einer auf das Anstoßen – und damit auf einen wichtigen Vertrauensbeweis.

Nur in kleinen Runden
Heute stößt man meist mit Sekt, Champagner oder Wein an. Gerade in ungezwungener Runde spricht natürlich nichts dagegen, mit Bier oder auch einem Wasser anzustoßen. Im geschäftlichen Rahmen wäre das aber unangemessen. Auch sollte man bedenken, dass, wenn man mit prickelnden Getränken anstößt, die Kohlensäure schneller entweicht.
Gerade in großen Runden ist Anstoßen meist eher eine lästige Pflicht, hier eignet sich das Zuprosten besser, in kleinen Runden bietet sich das Anstoßen nur dann an, wenn keiner aufstehen muss, also in Runden von bis zu fünf Leuten.

Gründe fürs Anstoßen
Am besten sollte es einen Grund für das Anstoßen geben, beispielsweise einen Geburtstag oder Silvester. Handelt es sich um ein geschäftliches Treffen, ist es nach wie vor üblich, den Abschluss eines Vertrages durch das Anstoßen zu feiern. Hierbei sollte man immer vorsichtig die Gläser klirren lassen und dem anderen dabei in die Augen schauen. Ansonsten sollte man das Anstoßen im geschäftlichen Bereich eher unterlassen.

Zuprosten
Das Zuprosten liegt in der Verantwortung des Gastgebers oder des Ranghöchsten in der Runde. Wichtig ist es, den anderen dabei in die Augen zu schauen. Wer gar nichts falsch machen will, hält sich einfach an diese Reihenfolge: das Glas heben, zuprosten, eventuell anstoßen, Blickkontakt aufbauen, trinken und dann das Glas absetzen. Vor dem Trinken sollte man sich immer den Mund mit einer Serviette abtupfen. In Frankreich gilt es übrigens als unfein, sich zuzuprosten, hier wird dies nur sehr dezent angedeutet.

Trinken mit Tradition
Dass wir das Zuprosten oder Anstoßen als feierlich empfinden, hat Tradition. Früher wurde es gar mit Musik untermalt: Kaiser, Könige und Grafen mussten stets Angst haben, sich nicht zu vergiften, deshalb hatten Sie einen sogenannten Mundschenk, der den Wein probieren musste. Wenn dann der Herrscher sein Glas erhob, setzten oft Pauken und Trompeten ein.