Vor allen Dingen, wenn man noch nie in kritischen Situationen steckte, ist es schwer einzuschätzen, wie man reagieren würde und inwiefern man überhaupt körperlich und technisch in der Lage ist sich zu verteidigen. Im Vordergrund steht das Erlernen effizienter Techniken zur Abwehr von Angriffen. Im Gegensatz zu Kampfsport ist die Eleganz oder ein ästhetischer Stil völlige Nebensache. Nur das Ergebnis, also ein gelungener Selbstschutz ist wichtig. Daher lassen sich nicht alle Bewegungen einer Selbstverteidigung bestimmten Kampfsportarten zuordnen.
Warum Selbstverteidigung so wichtig ist
Manche Ängste sind durchaus berechtigt und nicht so einfach wegzureden. Nachts alleine unterwegs sein, oder in einer unsicheren Gegend zu wohnen, stellt reale Gefahren dar. Da ist es umso wichtiger die Angst auf realistisches Maß herunterzuschrauben und das Selbstbewusstsein stärken zu lassen. Dann kann man sein Verhalten und Auftreten auf ein gesundes Niveau hin verbessern, strahlt so mehr Selbstsicherheit aus und wirkt allein dadurch schon nicht, wie ein potenzielles Opfer. Das Wissen um die eigen Fähigkeiten und das aktive Können hilft Gefahren besser abzuschätzen und einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn es darum geht vernünftig auf Gefahren und Konfliktsituationen zu reagieren.
Konflikte vermeiden und richtig reagieren
Der beste Schutz ist immer noch die Konfliktvermeidung. Lassen Sie sich auf keine Provokationen ein und bleiben Sie höflich und neutral im Ton. Langsame und sichere Bewegungen sind besser als hektische und aggressive. Geben Sie Sie unmissverständliche Anweisungen und zeigen Sie die Grenzen auf. Wenn Ihnen beispielsweise jemand zu nahe kommt und sie bedroht, können Sie mit ausgestreckten abwehrenden Armen eine räumliche Distanz schaffen. Dazu sagen Sie klar und laut, dass Sie nicht weiter belästigt werden wollen. Eine feste und laute Stimme zeigt, dass Sie kein schwaches Opfer sind. Werden sie dennoch weiter belästigt, haben Sie das Recht sich mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. In dem Fall hilft es enorm, bestimmte Techniken zu kennen, wie Sie sich einerseits beispielsweise aus dem Griff des Gegners befreien können und andererseits diesen handlungsunfähig machen, um wegrennen zu können.
Kursbesuch notwendig
Wenn Sie sich viele theoretische Tipps angelesen haben und sie verinnerlicht haben, heißt das noch lange nichts. Eine konkrete Gefahrensituation ist nämlich eine Grenzsituation, in der man sich nicht normal verhält, sondern unter Stress, Adrenalin und Angst handeln muss. In einem Selbstverteidigungskurs lernen Sie, wie es sich anfühlt bedrängt zu werden. Wer noch nie geschrien und zugeschlagen hat, wird es beim ersten Mal, wenn es ernst wird mit Sicherheit nicht schaffen sein theoretisches Wissen umzusetzen. Nur wirklich Geübtes kann man unter Stress auch effektiv einsetzen.