Unsere Haut und die Organe sind mit Sinneszellen – sogenannte Rezeptoren – ausgestattet, mit deren Hilfe Berührungen und andere Reize wahrgenommen werden. Unter anderem verfügt der Mensch über Wärme- und Kälterezeptoren, Schmerzrezeptoren und Druckrezeptoren. Diese verschiedenen Rezeptortypen wirken zusammen mit den Bewegungsrezeptoren in den Muskeln und Gelenken. Damit eine Berührung überhaupt wahrgenommen wird, muss der jeweilige Reiz über die peripheren Nerven zum Rückenmark geleitet werden. Von dort aus gelangt er zu den sensiblen Hirnarealen, wo die ankommenden Informationen interpretiert werden. Danach werden Signale an Muskeln und Gelenke weitergegeben, die je nach Situation auf die Reize reagieren.
Die Sensibilität spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle: einen spitzen Gegenstand oder das Gesicht des Partners ertasten, Gefahren erkennen und darauf reagieren oder einfach den kalten Schnee auf der Haut spüren. All diese kleinen Dinge, die unseren Alltag mitbestimmen, sind bei Schlaganfall-Patienten beeinträchtigt.
Oberflächensensibilität
Der Mediziner unterscheidet zwischen der Oberflächensensibilität – hierzu gehört unter anderem die Wahrnehmung von Berührungen, Schmerz und der Temperatur – und der Tiefensensibilität, in diesen Bereich fällt das Empfinden für Bewegung, Lage und Vibration. Beobachtet ein Schlaganfall-Patient ein gestörtes Empfinden, wird der Arzt verschiedene Tests durchführen, um die Funktion der Sensibilität zu überprüfen. Dazu kommen beispielsweise Wattebäusche oder Holzstäbchen zum Einsatz. Wenn die Sensibilität der Haut eingeschränkt ist, liegt eine Beeinträchtigung der sogenannten haptischen Wahrnehmung vor.
Je nach Art der Sensibilitätstörungen spricht man von verschiedenen Phänomenen:
Ursachen
Die Ursachen für Sensibilitätsstörungen sind in den Schädigungen der Nervenbahnen, die für die Verarbeitung von Sinnesreizen verantwortlich sind, zu sehen. Bei einer dissoziierten Sensibilitätsstörung ist nicht die gesamte Oberflächenwahrnehmung eingeschränkt, sondern nur das Temperatur- und Schmerzempfinden, da in diesem Fall nur die schmerz- und temperaturleitenden Nervenbahnen geschädigt sind.
Grundsätzlich unterscheidet der Fachmann zwischen quantitativen und qualitativen Sensibilitätsstörungen. Während sich die Quantität auf die Anzahl der auftretenden Beeinträchtigungen bezieht, meint eine qualitative Störung eine andersartige Wahrnehmung.