Sick Building Syndrom: Die Bedeutung der Psyche

Wenn sich ein Arbeitnehmer abgeschlagen und müde fühlt, ist nicht immer Überarbeitung Schuld. Es kann sich auch um das Sick Building Syndrom handeln.


Deutsche Arbeitnehmer fühlen sich krank. Etwa 20 Prozent der 19 Millionen arbeitenden Menschen klagen über Befindlichkeitsstörungen. Die Krankheit kann aber durchaus psychosomatisch sein.

Unspezifische Beschwerden
Die auftretenden Beschwerden sind charakteristisch für das Sick Building Syndrom. Gereizte Schleimhäute im Hals-Nasen-Rachenbereich, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und verminderte Leistungsfähigkeit zählen zu den häufigsten berichteten Beeinträchtigungen, die ein effektives Arbeiten unmöglich machen. Auch Heiserkeit, unklare Schmerzen, Schwindel, brennende Augen, trockene Haut, Juckreiz und allergische Reaktionen gehören dazu. Wenn die Betroffenen das Gebäude verlassen, klingen die Beschwerden jedoch schnell ab.

Mögliche Auslöser
Man kann zwei Gruppen von Ursachen unterscheiden. An erster Stelle stehen die zunehmenden Umweltbelastungen: Lacke, Farben, Teppichkleber, Elektrogeräte samt Elektrosmog, Stäube, giftige Dämpfe sowie toxische Substanzen in neuen Möbeln. Ausdünstungen, die unsichtbar für gesundheitliche Probleme sorgen, sind aber nur ein Teil des Problems. Eine weitaus wichtigere Bedeutung nehmen die Bedingungen am Arbeitsplatz ein.

Schlechte Arbeitsplatzbedingungen
Unsachgemäß gewartete Klimaanlagen, überheizte Räume, Lärmbelästigung, starker Geruch, fehlende Luftfeuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation. In deutschen Büros geht es alles andere als gesund zu. Einer Studie britischer Wissenschaftler des Londoner University College geht sogar noch weiter. Den Forschern zufolge gibt es das Sick-Building-Syndrom gar nicht. Die beobachteten Symptome ließen sich weniger auf die Schadstoffe als auf die Arbeitsplatzbedingungen zurückführen. Die Psyche nimmt hierbei eine Sonderrolle ein. Immer wieder zeigen Umfragen und Testreihen, dass die Zufriedenheit im Büro enorm wichtig ist. Je größer diese bei den Arbeitnehmern war, umso weniger Beschwerden traten auf. Umgekehrt bedeutet dies, dass großer psychischer und sozialer Stress Arbeitnehmer anfälliger für das Sick-Building-Syndrom macht.

Psychotherapie
Zu den wichtigsten Elementen der Behandlung des Sick Building Syndroms gehört daher auch immer eine psychotherapeutische Betreuung. Zudem lernen die Betroffenen besser mit Stress umzugehen und abzuschalten. Liegen gar Mobbing, starke Konflikte mit den Kollegen oder Unzufriedenheit mit der Arbeitsplatzsituation vor, sollte darüber nachgedacht werden, sich eine neue Stelle zu suchen.

Luftqualität verbessern
Damit es erst gar nicht erst zum Sick Building Syndrom kommt, muss genau auf die Luftqualität geachtet werden. Mithilfe einiger Tipps lässt sich die Luftqualität deutlich verbessern:

  • Rauchen in Innenräumen untersagen
  • Wasser in Luftbefeuchtern regelmäßg wechseln, Gerät regelmäßig säubern
  • Filter in Klimaanlage regelmäßig wechseln, damit keine Bakterien verbreitet werden, zweimal im Jahr warten
  • Regelmäßig stoßlüften, um frischen Sauerstoff ins Büro zu lassen
  • Die Durchschnittstemperatur sollte zwischen 21 und 22 Grad Celsius liegen
  • Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent 
  • Große Temperaturschwankungen vermeiden