Silberkleidung gegen Neurodermitis

Es hat sich herausgestellt, dass Silberkleidung eine Hauthilfe für Neurodermitisbetroffene ist.


Falls Sie an Neurodermitis leiden oder jemanden kennen, der mit Hautproblemen zu kämpfen hat, dann können Sie vielleicht Silbertextilien zur Linderung der Beschwerden tragen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Silberwäsche gegen Neurodermitis ein hilfreiches Mittel ist.

Bakterien schützen die Haut
Tatsache ist, dass sich auf unserer Haut nicht weniger als eine Billion Bakterien befinden, die den Säureschutzmantel unserer Haut ausmachen. Eines dieser Bakterien ist der Staphyloccocus aureus. Dieser befindet sich nach Ergebnissen mehrerer Studien zufolge bei Neurodermitispatienten vermehrt auf der Haut wieder.

Nachteilige Eigenschaft
Das Bakterium Staphyloccocus aureus ist also ein Bestandteil unserer Hautflora. Eine Eigenschaft von ihm ist aber, dass er leider bei aufgekratzter oder verletzter Haut in die tieferen Schichten wandert und dort Entzündungen hervorruft. Diese Infektionen gehen dann meist mit Juckreiz einher, wobei wiederum erneut Haut aufgekratzt wird. So kommt es zu einem Teufelskreis.

Studie zur Silberkleidung
Normalerweise werden zur Behandlung Salben oder Cremes eingesetzt. Um die bakteriellen Vorgänge zu untersuchen und zu bekämpfen wurde an der Technischen Universität-Hautklinik München eine spezielle Studie durchgeführt. Und zwar wurde die Wirkung von Silberkleidung bei Neurodermitis untersucht. Es konnte festgestellt werden, dass die Silbertextilien hauptsächlich den Staphyloccocus aureus beseitigen. Somit werden auch die Entzündungen geringer.
Michael Wagener vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung in Bremen erklärte den Effekt folgendermaßen: “Silberionen verbinden sich mit gewissen Proteinen und verändern deren Geometrie, sodass sie nicht mehr wirksam sind. Bakterien tragen diese Proteine außen, menschliche Zellen dagegen innen. So gibt es eine Dosierung, in der das Silber Keime tötet, für unsere Gesundheit dagegen unbedenklich ist.“

Silbertextilien käuflich erwerben
Ein weiterer Vorteil der Silberkleidung ist, dass sich bisher keine Resistenzen gezeigt haben, wie das häufig bei Salben und Cremes der Fall ist, in denen auch Silber zur Anwendung kommt. Sollten Sie also die Silberwäsche testen wollen, gibt es verschiedene Anbieter, wie Tex-A-Med oder Binamed. Einige stellt auch der Bundesverband Neurodermitiskranker auf seiner Internetseite vor. Die Silberkleidung selbst besteht aus einer speziellen Mikrofaser. Diese ist mit einer Schicht aus reinem Silber überzogen. Die Materialien, die mit den Silberfäden durchzogen sind, wirken antibakteriell. Die Silbertextilien werden wie Unterwäsche körpernah unter der Kleidung getragen. So gibt es entsprechend lange oder kurze Funktionswäsche sowie Handschuhe oder Füßlinge. Auch für einzelne betroffene Körperteile, wie die Kniekehlen oder Ellenbogen gibt es extra Stulpen.

Was die Krankenkasse zahlt
Sollten Sie Silberkleidung kaufen wollen, zahlen heutzutage viele Kassen schon dafür. Sie brauchen auf jeden Fall eine Verschreibung von Ihrem Arzt, die Sie dann bei der Krankenkasse, am besten zusammen mit einem Kostenvoranschlag vom Anbieter der Wäsche, einreichen. Versuchen Sie unbedingt, die Kleidung von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Denn preislich liegen die Textilien weit oberhalb normaler Bekleidung und eine Finanzierung ist daher nicht immer einfach. Ein Kinder T-Shirt kostet beispielsweise 135 Euro, für eine lange Herrenunterhose müssen Sie mit etwa 220 Euro rechnen und Unterarmstulpen liegen bei rund 50 Euro.

Der Besuch beim Arzt muss sein
Auf jeden Fall aber müssen Sie mit entsprechenden Hauterkrankungen zum Arzt gehen. Dieser wird Ihnen eine passende Behandlung vorschlagen. Besprechen Sie mit Ihm die Möglichkeit Silberkleidung in die Behandlung mit einzubeziehen. Vielleicht ist die Methode für Sie auch eine gute Alternative, um Ihre Babys oder Kinder nicht schon frühzeitig mit Wirkstoffen von Salben und Cremes zu belasten.

Stand: 10. November 2009