Simmerringe selber wechseln: So geht’s

Simmerringe wurden Ende der 1920 Jahre von dem österreichische Ingenieur Walter Simmer entwickelte, dieses Dichtelement ist ganz einfach und sicher zu wechseln.


Dichtringe können relativ einfach selbst gewechselt werden. Simmerring ist ein Herstellername, richtig heißt es eigentlich Wellendichtring. Man unterscheidet zwei Gruppen, den radialen und axialen Wellendichtring. Beim Radialwellendichtring wird die Dichtlippe gegen die Welle gedrückt, was hohe Anforderungen an die Wellenbeschaffenheit stellt. Diese sind meist geschliffen, teilweise oberflächenveredelt, etwa verchromt und poliert. Beim Axialwellendichtring wird meist ein Wellengehäusebauteil in axialer Richtung gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Fehlersuche

Die Dichtlippe beim Simmerring wird federbelastet auf die Welle gedrückt oder die Dichtwirkung wird durch eine Membran oder Teflonbeschichtung erzielt. Bei langen Laufzeiten kann es zum Einlaufen, einer Vertiefung an der Welle, Pitting genannt, kommen. In diesem Fall ist eine neue Welle oder die Reparatur durch Aufschweißen und Abschleifen nötig. Der Gehäusesitz des Simmerrings ist ebenfalls auf Beschädigung zu kontrollieren. Meist ist aber nur die Dichtlippe am Dichtring verschlissen und der Simmerring muss ersetzt werden.

Auswechseln

Bitte gehen Sie vorsichtig mit den empfindlichen Dichtflächen des Simmerrings um. Zuerst muss der alte Simmerring aus dem Sitz entfernt werden. Dies kann durch einen seitlich angesetzten Schraubenzieher erfolgen. Achtung, Sitz und Welle nicht beschädigen!
Nun wird der Gehäusesitz und die Welle gereinigt und der neue Simmerring auf die Eindrehung des Gehäusesitzes angesetzt. Sollte keine Phase vorhanden sein, sollte diese nachträglich angeschliffen werden. Der Dichtring muss immer mit der offenen Seite zum Dichtmedium (Öl, Wasser) liegen, die geschlossene Seite schließt mit dem Gehäusesitz bündig ab. Der Dichtring muss nun leicht innen und außen an der Dichtfläche/lippe eingeölt werden.
Tipp: Man kann den Dichtring mit einer dauerelastischen Dichtmasse an der Außendichtfläche einsetzten. Dabei ist aber auf sparsame Verwendung zu achten, überschüssige Dichtmasse im Flüssigkeitskreislauf kann dort arbeitende Pumpen oder Lager zerstören!
Anschließend wird der Dichtring auf die Welle geschoben, die Außenseite auf die Eindrehung des Gehäusesitzes angesetzt und vorsichtig die ersten ein bis zwei Millimeter eingedrückt. Dabei muss unbedingt auf Koaxialität geachtet werden. Nicht verkanten! Jetzt wird der Simmerring mit einem Spezialwerkzeug eingepasst.
Tipp: Sollte kein Spezialwerkzeug vorhanden sein, kann auch eine Stecknuss in der entsprechenden Größe helfen. Dabei wird der Simmerring mit dem Gummihammer mehr eingedrückt als eingeschlagen. Generell gilt: niemals zu tief und zu fest einpassen!