Slacklinen: Auf dem Seil die Muskeln trainieren

Slackliner erinnern an Seilkünstler im Zirkus. Dabei können auch Anfänger sich am Slacklinen versuchen und so ihren gesamten Muskelapparat trainieren.


Natürlich kommt Slacklinen aus den USA – hierbei handelt es sich um das Balancieren auf einem gespannten Schlauchband. Zwar erinnert dieses Laufen auf dem Band an Zirkusakrobatik, allerdings ist beim Slacklinen das Seil weich und elastisch. So muss jede Bewegung vom Körper wieder ausgeglichen werden. Dabei werden Gleichgewicht, Körperbeherrschung, ein schnelles Reaktionsvermögen und auch die Arm-Bein-Koordination trainiert.

Von Kletterern erfunden
Erfunden wurde das Slacklinen von Kletterern im Yosemite Valley. An Regentagen balancierten sie auf den Absperrbändern der Parkplätze, irgendwann begannen sie Schlingenmaterial zu verwenden, das sie mit Karabinern zwischen Bäume spannten – und hatten somit das Slacklinen erfunden. Hierbei unterscheidet man zwischen Lowline und Highline. Lowline ist verbreiteter: Hierbei wird die Slackline etwa in Kniehöhe gespannt, sodass man einfach auf- und absteigen kann.
Die Highline wird in deutlich luftiger Höhe gespannt – meist ein paar Meter, manchmal aber auch ein paar Hundert Meter hoch. Dies ist jedoch natürlich nichts für Slackline-Anfänger. Nur absolute Profis sollten auf der Highline slacklinen, da man sich sehr gut mit Selbstsicherung und der Befestigung der Leine auskennen muss.

Warum Slacklinen?
Das Balancieren auf der Slackline ist ein gutes Training für viele andere Sportarten. Denn Gleichgewichtssinn und Körperbeherrschung sind unter anderem wichtig für das Skifahren, Snowboarden, Klettern, Reiten und Inlineskaten. Der Körper wird dabei trainiert, das Gleichgewicht zu halten, es kommt im Idealfall zu weniger Stürzen. So wird der gesamte Muskelapparat trainiert. Allerdings ist das Slacklinen auch ein eigenständiger Sport, schließlich werden dabei auf optimale Art Kraft, Reaktionsfähigkeit, Stabilität und Konzentration trainiert.

Was brauche ich zum Slacklinen?
Um den Sport auszuüben, braucht man nicht viel: Zum einen benötigt man natürlich die Slackline. Diese besteht aus zwei Schlauchbändern, die etwa 25 Millimeter dick sind und mit einer Ratsche verbunden sind. An den Enden sind die Schlauchbänder mit einem Brandschutz versehen. Das schützt vor Reibung. Um das Seil anzubringen, legt man die Bänder um den Fixpunkt und verbindet die Enden miteinander, indem man es in die Ratsche legt. Mithilfe der Ratsche wird das Seil dann gespannt. Eine Slackline kostet um die 60 Euro. Achten Sie beim Kauf auf die Bruchlast der einzelnen Materialien. Sie sollten entweder mit dem CE- oder dem UIAA-Siegel ausgezeichnet sein oder für den Klettersport beziehungsweise den industriellen Bereich produziert sein. Diese haben nämlich eine Bruchlast von 20 Kilonewton. Da die Slackline unter Spannung steht, müssen alle Metallteile immer rückgesichert werden.

Einfach loslegen
Für das Slacklinen braucht man einen weichen Untergrund, entweder Gras oder Matten. Außerdem sollte man einen Helfer einkalkulieren, bei dem man sich während der ersten Übungsstunden anlehnen kann. Wenn Sie sich frei auf dem Seil bewegen können, kommen die nächsten Herausforderungen. Probieren Sie doch einmal eine Drehung, einen Sprung oder einen Schneidersitz. Slacklineprofis schaffen es sogar, einen Handstand oder einen Spagat auf dem wackligen Seil zu machen.