SMS - Die kleine Mail von Handy zu Handy

Als die SMS vor Jahren in die Mode gekommen ist, war das für alle eine Weltneuheit, die jeder haben musste. Mit der Zeit ist dieser Short Message Service zur Gewohnheit geworden.


Die SMS, oder Short Message Service, ist so beliebt wie nie. Die bis zu 160 Zeichen umfassende Kurznachricht ist mittlerweile auch im Festnetz und über den PC möglich. Allein im Jahre 2004 versendeten die Deutschen rund 21 Milliarden Mitteilungen. Auch in den USA ersetzt das „text messaging“ zunehmend die etabliertere Technik, den Pager. Die Kosten für einen solchen Kurzbrief reichen je nach Anbieter von 5 bis 19 cent.

Die SMS wird immer mehr zum ultimativen Gesellschaftsbeitrag. Eine paar Zeichen eingegeben und man hat womöglich ein Haus ersteigert. An Weihnachten kann eine Kurznachricht dazu beitragen, Kindern in Afrika ein Mittagessen zu finanzieren und in Lemgo knipsen Bewohner sogar ihre Straßenlaternen an, wenn sie eine SMS verschicken.

 

SMS Kürzel
Das Handy wird zur individuellen Zeitung für jedermann. Ob man sich den täglichen Bibelvers schicken lässt, die aktuellen Staumeldungen oder die neuen Diättipps. Alles ist möglich. Eine Nachricht besteht bekanntlich aus nur 160 Zeichen und muss daher reduziert werden. Eigens erfundene SMS Kürzel, ja eine eigene kleine Sprache hat sich um die SMS entwickelt. Wörterbücher erklären dem Unwissenden und oft auch Ungläubigen, dass „lol“ lautes Auflachen und „ILD“ eine Liebeserklärung bedeuten. Sogar ein Heiratsantrag ist per SMS möglich, einfach „WIDUMIHEI“ eintippen und der Kniefall im Nobelrestaurant gehört der Vergangenheit an.

 

Zerfall der Sprache?
Einige sprechen von einem langsamen Zerfall der Sprache, andere bewundern die kreative Leistung hinter solchen Schöpfungen. Dabei wird das Sprachgefühl doch gefordert, wenn kurz und knapp alles gesagt werden muss. Sich der eigenen Ausdrucksmittel und Möglichkeiten bewusst zu werden, kann doch nicht schlecht sein.

 

Ersatz für realen Kontakt?
Die Kurznachricht ist eine probate Alternative zum persönlichen (Telefon) Gespräch. Gerade unter Jugendlichen scheint die SMS immer mehr den realen Mensch zu Mensch Kontakt zu ersetzen. Die soziale Kompetenz verkümmert zunehmend, wenn Kurzmitteilung und alltägliche Interaktionen wie ein Gespräch oder eine Einladung gegeneinander ausgetauscht werden können. Diskussionen oder Konflikten wird aus dem Weg gegangen, weil mit einer SMS alles so schön einfach ist. Eine langjährige Partnerschaft kann beendet oder Unangenehmes mitgeteilt werden. Die so genannten Emoticons, Smileys in allen Variationen, spielen hierbei eine besondere Rolle. Sie werden zur Litfaßsäule der eigenen Befindlichkeit und rücken an die Stelle echter, erlebter Gefühle.

 

Sehnenscheidenentzündung
Nicht nur das Verkümmern sozialer Fähigkeiten wird beobachtet, das rege SMS Schreiben hat manchmal auch körperliche Auswirkungen. So führt das regelmäßige und exzessive „simsen“ zu Schwellungen und manchmal auch zu einer unangenehmen Sehnenscheidenentzündung. ALKLA?