Sojaanfangsnahrung

Ist Soja Anfangsnahrung eine vegetarische Alternative oder schädlich für das Kind?


Für Eltern, die auf eine besondere Ernährung ihres Kindes Wert legen, bietet sich eine zusätzliche Proteinquelle an. So können Eltern, die sich selbst vegetarisch ernähren, auch ihrem Kind eine tierfreie Kost ermöglichen. Auch bei verschiedenen Unverträglichkeiten ist Sojaanfangsnahrung eine geeignete Alternative. Soja Anfangsnahrung wird auf der Basis von Sojaproteinisolaten (isoliertes Sojaeiweiß) hergestellt, zusätzlich enthalten sie zugesetzte Substanzen wie Methionin und Carnitin – vitaminähnliche Stoffe. Sie beinhalten also keinen Milchzucker, deshalb sind solche Anfangsnahrungen wunderbar für Kinder mit einer Kuhmilchallergie geeignet. Eltern, die auf solche Produkte zurückgreifen möchten, sollten ausschließlich für Säuglinge hergestellte Nahrungen verwenden, die im Supermarkt erhältlichen Sojamilchdrinks sind für die Babyernährung ungeeignet. Da diese nicht auf die speziellen Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt sind – sie enthalten beispielsweise zu wenig Kalzium – können bei einer längeren Ernährung Wachstumsstörungen und teils unumkehrbare Mangelzustände auftreten, etwa eine Eisenmangelanämie, die fortschreitende Erweichung der Knochen (Rachitis), sowie neurologische B 12-Mangelsymptome, beispielsweise die Rückbildung von Gehirnstrukturen.

Soja Anfangsnahrung nicht eigenmächtig verfüttern
Sojaanfangsnahrungen sollten nur der medizinischen Therapie vorbehalten bleiben und nicht als Routinenahrung zum Einsatz kommen. Denn Sojanahrung weist einen sehr hohen Eiweißgehalt auf, bei längerer Verwendung kann sie die Nieren des Kindes schädigen. Zudem sind Sojabohnen reich an den sogenannten Isoflavonen, Substanzen, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen sehr ähnlich sind. Langzeiteffekte sind noch nicht hinreichend unersucht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin raten Eltern daher, nur unter strenger ärztlicher Aufsicht zu diesen Produkten zu greifen. Auf keinen Fall sollten Eltern eigenmächtig Sojanahrung verfüttern, auch vegetarisch lebende Menschen müssen sich zuvor mit dem Kinderarzt besprechen.

Andere Anfangsnahrung
Neben der klassischen Variante Kuhmilch findet man, besonders in älterer Literatur, auch immer wieder die Empfehlung, Säuglingen alternative Eiweißquellen anzubieten. So schwören viele Mütter auf Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch. Auf diese wird beispielsweise bei einer Kuhmilchunverträglichkeit verwiesen. Aus hygienischen oder ernährungsphysiologischen Gründen sollten solche Milchen aber nicht verfüttert werden. Auch andere pflanzliche, milchartige Produkte gehören nicht auf den Speiseplan eines Säuglings. Mandel-, Reis- oder andere Formen der Getreidemilch wurden nicht für die Säuglingsernährung hergestellt und eignen sich daher auch nicht für eine Verfütterung. Die Folgen einer ausschließlich auf diesen Produkten basierende Ernährung sind Wachstumsstörungen und Mangelerscheinungen.