Solarfirmen in Deutschland - Konkurrenz aus dem Ausland wächst

Durch den zunehmenden internationalen Wettbewerb geraten die deutschen Solarfirmen immer mehr unter Druck und drohen ihren Führungsanspruch in der Branche zu verlieren.


Es sind vor allem Solarfirmen aus Asien und den USA, die die heimische Fotovoltaikindustrie unter Druck setzen. Durch den massiven Ausbau der Kapazitäten an Standorten in Fernost und Übersee, konnten die dortigen Unternehmen ihre Produktionskosten in den vergangenen Jahren erheblich senken. Deutsche Hersteller können hier kaum noch mithalten. Für die Zukunft erwarten Experten bei der Konkurrenz weitere Effizienzsteigerungen und damit Kostensenkungen.

Deutschland ist größter Absatzmarkt weltweit
Bedingt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurden in den vergangenen Jahren zwar in Deutschland die meisten Fotovoltaikmodule weltweit verbaut. Jedoch profitieren hiervon zunehmend nicht die inländischen Firmen, sondern die ausländische Konkurrenz. Zwei Drittel der hierzulande installierten Module kamen aus dem Ausland. Branchenkenner fordern daher die deutschen Hersteller auf, ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten und ihre Kosten massiv zu senken. Auch sei notwendig, die Unternehmen stärker global auszurichten.

Starker Zuwachs des Fotovoltaikmarktes in den USA erwartet
Prognosen gehen davon aus, dass in Zukunft auch der amerikanische Fotovoltaikmarkt erheblich an Zuwachs gewinnen wird. Erwartete Wachstumsraten von über vierzig Prozent werden den dort ansässigen Solarfirmen erhebliche Wettbewerbsvorteile bescheren. Für Japan werden Zubauraten von zwanzig Prozent, in China gar von dreißig Prozent erwartet. Damit wächst zwar der Kuchen, den sich die Produzenten untereinander aufteilen, aber auch die Zahl der Konkurrenten ist erheblich gestiegen.

Chinesische Konkurrenz hat Qualitätsmängel inzwischen beseitigt
Noch vor einiger Zeit lagen die deutschen Unternehmen deshalb vorne, weil sie in Punkto Qualität einfach unschlagbar waren. Billiganbieter aus Fernost waren bald in Verruf geraten, so dass der deutsche Eigenheimbesitzer sein Dach lieber mit Qualitätsmodulen aus einheimischer Produktion bedeckte. So konnte er sich gegen den Verlust bringenden Ausfall der Module absichern. Nun jedoch haben insbesondere chinesische Produktionsfirmen in die Qualität ihrer Produkte investiert. Mittlerweile bieten auch sie Spitzenprodukte um bis zu zwanzig Prozent billiger an, auf Grund von staatlicher Subventionen. Rund die Hälfte der im vergangenen Jahr installierten Module stammen von chinesischen Produzenten. Nur zwölf Prozent kamen hingegen von deutschen Anbietern.

Verdrängungswettbewerb hat schon begonnen
Die ersten deutschen Solarfirmen stehen schon kurz vor dem Aus. Experten erwarten Verdrängungsprozesse am Markt. Nur die großen Firmen werden demnach global bestehen können.