Sozialwohnung - Wohnraum für Geringverdiener

Eine Sozialwohnung bietet Menschen mit kleinem Einkommen ein bezahlbares Dach über dem Kopf, sofern eine Einkommensgrenze nicht überschritten wird.


Bei einer Sozialwohnung handelt es sich um Wohnraum, der nicht auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden ist, sondern staatlich gefördert für einkommensschwache Menschen gebaut wird. Der Mietpreis ist dabei im Vergleich zu den Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt sehr niedrig. Jede Stadt besitzt eine bestimmte Anzahl Sozialwohnungen, die auf Antrag zugeteilt werden, jedoch müssen immer bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, da nicht jeder Anspruch auf eine günstige, staatlich geförderte Wohnung hat. Selbst diejenigen, die einen Anspruch darauf haben, bekommen nicht ohne weiteres eine Wohnung, da diese zahlenmäßig begrenzt sind und es meist mehr Antragsteller gibt, als Wohnungen zur Verfügung stehen. Wer das Glück hat, eine solche Wohnung zu ergattern, muss dennoch jedes Jahr erneut einen Antrag stellen und nachweisen, dass noch ein Anspruch darauf besteht.

Wer hat Anspruch?
Grundsätzlich hat jeder Erwachsene, also mindestens 18 Jahre alte Bürger, einen Anspruch darauf. Auch Studenten können sich um eine Sozialwohnung bewerben. Für die Bewerbung um eine Sozialwohnung wird allerdings ein Wohnberechtigungsschein verlangt, den man nur erhält, wenn man eine bestimmte festgelegte Einkommensobergrenze nicht überschreitet. Der Antrag auf den Wohnberechtigungsschein und somit auf eine Sozialwohnung kann bei der zuständigen Stelle der Kreis- oder Gemeindeverwaltung beantragt werden. Jeder Erwachsene kann den Antrag für sich allein stellen, aber es besteht auch die Möglichkeit als eine Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft einen gemeinsamen Antrag zu stellen. Die Einkommensobergrenzen sind nach Personenanzahl des Haushaltes gestaffelt und beziehen sich immer auf das jährliche Gesamteinkommen des Antragstellers oder auf die Summe der Einkommen aller Antragsteller, wenn es mehrere sind. Wenn auch Kinder zum Haushalt gehören, erhöht sich die Einkommensobergrenze jeweils pro Kind um 500 Euro.

Sozialer Wohnraum mit Tradition
Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges setzte sich der Staat in Westdeutschland dafür ein, es sicher zu stellen, dass der Bevölkerung ausreichend günstiger Wohnraum zur Verfügung steht. Es musste vor allem schnell billiger Wohnraum nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entstehen. So förderten die einzelnen Bundesregierungen den Bau von neuen Wohnungen im Rahmen einer sogenannten „sozialen Wohnraumförderung“ mit Steuergeldern. Im Gegenzug bestand für die Wohnungsbesitzer und Vermieter eine verbindliche Festlegung der Höchstmiete. Im Laufe der Zeit besserte sich die Einkommenssituation der westdeutschen Bevölkerung, sodass viele Mieter von Sozialwohnungen finanziell eigentlich nicht mehr auf diese angewiesen waren. Aus diesem Grund wurde Anfang der Achtziger Jahre eine Einkommensnachweispflicht eingeführt, wie sie bis heute besteht. Aktuell liegen die gesetzlichen Entscheidungskompetenzen bezüglichen der sozialen Wohnraumförderung nicht mehr beim Bund, wie zu Anfang, sondern bei den einzelnen Bundesländern.