Spagyrik: Geschichte und Anwendung in der heutigen Medizin

Als Spagyrik wird ein Naturheilverfahren bezeichnet, bei dem Körper, Geist und Seele als Einheit gesehen und behandelt werden.


Spagyrik bezeichnet ein Verfahren der Heilmittelherstellung, welches mit der mittelalterlichen Alchemie in Verbindung gebracht wird. Wer den Begriff Alchemie hört, der denkt sofort an einen großen Arzt des Mittelalters: Paracelsius. Paracelsius nutzte die Methode der Spagyrik bei der Bekämpfung sämtlicher Krankheiten. Der Heilungseffekt spagyrischer Medizin ist verblüffend. Das liegt nicht zuletzt an der Ganzheitlichkeit des Verfahrens. Der Mensch, das Tier und auch die Pflanze werden als Einheit von Körper, Geist und Seele gesehen. Kommt es in einem Bereich zu Störungen, dann hat dies Auswirkungen auf das ganze System. Und so werden bei der Herstellung von spagyrischer Medizin der Körper, der Geist und die Seele der Pflanzen in den Aufbereitungsprozess einbezogen.

Die komplizierte Herstellung spagyrischer Arzneimittel
Die Herstellung ganzheitlicher Arzneimittel ist ein sehr aufwendiger, schwieriger und langwieriger Prozess. Zunächst werden die Pflanzen einer Gärung unterzogen. Dann wird der Alkohol, welcher als Geist der Pflanze gilt, durch Destillation herausgelöst. Pflanzensaft und Pflanzenteile, also Geist und Körper der Pflanze, werden durch das Element Feuer in Asche verwandelt. Sind alle Teile voneinander getrennt und gereinigt, dann werden sie wieder zusammengeführt. Bei dieser neuerlichen Vereinigung der Pflanzenteile, bezieht man das alchimistische Weltsystem in den Prozess ein. Nach diesem System lassen sich sämtliche Bestandteile, sowohl der Pflanze, als auch des menschlichen Körpers, den Elementen, Planeten und Sternzeichen zuordnen. Alle einzelnen Prozesse der spagyrischen Arzneimittelherstellung, müssen ständig unter Beachtung der Gezeiten wiederholt werden. So lange, bis sich die Heilenergie multipliziert hat. Auch mehrere, verschiedene Pflanzen können mit Hilfe der Spagyrik getrennt und anschließend zu einem neuartigen Heilmittel zusammengeführt werden.

Weit vor unserer Zeit befinden sich die Wurzeln der Spagyrik
Bereits vor Christus wurden Heilmittel nach einem spagyrischen Verfahren hergestellt. Im Mittelalter wurde die Spagyrik, wie bereits erwähnt, durch den berühmten Arzt Paracelsius im Rahmen der Alchemie als anerkannter Arzneimittel-Herstellungsprozess genutzt. Nach Paracelsius befasste sich der Arzt Johann-Rudolph Glauber mit Spagyrik. Er entwickelte ein spezielles, neuartiges Verfahren zur Aufbereitung spagyrischer Arzneimittel. Die Schriften von Paracelsius dienten ihm dabei als Grundlage. Im 19. Jahrhundert erfand Carl-Friedrich Zimpel ein System der spagyrischen Heilkunst, das sich bis heute bewährt hat.

Ernüchterung in der Schulmedizin verhilft Spagyrik zur Renaissance
Seit in der Bevölkerung eine gewisse Ernüchterung hinsichtlich schulmedizinischer Weisheiten eingetreten ist, greifen Heilpraktiker und Schulmediziner gern auf ganzheitliche, spagyrische Arzneimittel zurück. Im Unterschied zur Schulmedizin werden dabei nicht nur die Symptome bekämpft, sondern der Mensch, als Einheit von Körper, Geist und Seele, gegen die Krankheit mobilisiert. Spagyrische Arzneimittel sind in der Apotheke erhältlich. Sie können auch selbst hergestellt werden. Spagyrik kann als Mischung der Heilverfahren Phytotherapie, Aromatherapie und Biochemie angesehen werden. Die Arzneimittel kommen innerlich und äußerlich zum Einsatz. Sie helfen gegen alle chronischen und akuten Erkrankungen, wie Kopfschmerzen, Rheuma, Asthma, Erkältung und Grippe. Aber auch psychische Erkrankungen, wie Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen können mit Hilfe der Spagyrik besiegt werden.