Spanische Gitarrenmusik - Möglichkeiten und Unterschiede zur klassischen Gitarre

Die Gitarre gehört zu den beliebtesten Instrumenten der klassischen und Unterhaltungsmusik. Spanische Gitarrenmusik wird von zahlreichen Gitarristen gern gespielt.


Zu den ältesten Musikinstrumenten gehört die Gitarre. Die Lyra, die als Vorform der Gitarre bezeichnet werden kann, wurde bereits in der Antike gebaut und vor allem zu festlichen Anlässen verwendet. Auf ihr begleiteten Musiker ihren Gesang und auch reine Instrumentalstücke wurden auf den Saiteninstrumenten aufgeführt. Die Gitarrenmusik hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, heutzutage wird neben klassischer Musik auf der Gitarre Unterhaltungsmusik gespielt, aber auch Gitarrenmusik spanischen Kolorits ist sehr beliebt.

Die historische Entwicklung der klassischen Gitarrenmusik
Als Nachfolger der Lyra entwickelten sich die Lauteninstrumente. Vor allem im Mittelalter und in der Renaissance war dieser Instrumententypus sehr beliebt und es gab Lauten in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen, zum Beispiel als sechzehnsaitige Knickhalslaute. Auch in diesen Epochen wurden die Instrumente vor allem zur Begleitung des Gesanges eingesetzt und sie erklangen zu Tänzen bei Hof. In der Zeit des Barock wurden mit dem Aufkommen des Cembalos als universalem Begleitinstrument die Lauteninstrumente zurückgedrängt. Sie spielten jedoch im Bereich der Folklore zahlreicher Völker weiterhin eine große Rolle und in diesem Rahmen erfolgte auch die Entwicklung zur Gitarre, wie sie heutzutage bekannt ist.

Spanische Gitarrenmusik – Die Charakteristika
Spanische Gitarrenmusik unterscheidet sich von der klassischen Gitarre vor allem durch die Rhythmik und die Art des Saitenanschlags. Bei Musikstücken spanischen Kolorits ist ein ausgeprägter und eingängiger Rhythmus von großer Bedeutung, oftmals werden auch Synkopen und rhythmische Verschiebungen eingesetzt. Während bei der klassischen Gitarrenmusik die Saiten ausschließlich gezupft werden, ist dies bei der spanischen Variante nicht der Fall: Spanische Gitarrenmusik verlangt oft, dass sämtliche Saiten gleichzeitig und durch einen harten Anschlag zum Klingen gebracht werden. In vielen Musikstücken werden auch Percussion-Elemente eingearbeitet. In der Tonart bewegt sich Gitarrenmusik aus Spanien oftmals im Bereich der Molltonarten, dadurch entsteht der typische Klang, der von Melancholie und Leidenschaft geprägt ist. Spanische Gitarrenmusik ist in den Bereich Weltmusik einzuordnen. Die Musik wird heutzutage häufig als Tanzmusik eingesetzt, zum Beispiel zum Tanzen des bekannten Flamencos. Dabei begleiten oftmals weitere Rhythmusinstrumente die Gitarre, wie zum Beispiel Kastagnetten oder Tamburine. Dies betont die ausgeprägte Rhythmik dieser Stilrichtung.