Spannfutter an Werkzeugen - was macht es so praktisch?

Spannfutter an Werkzeugen ermöglichen die leichte Einspannung von Aufsätzen und finden daher häufige Verwendung in Hand- und Drehwerkzeugen.


Ein Spannfutter ist eine spezielle Klammer, die ein Objekt halten soll. Man findet es vor allem an Werkzeugen, die rotierende Aufsätze tragen. Die meisten Spannfutter haben sogenannte Kiefer, die man per speziellen Spannfutterschlüssel anspannen kann. Andere spannt man einfach nur per Hand, zum Beispiel indem ein Schieber über die Halterung geschoben wird. Diese haben den Vorteil, dass man ihre Aufsätze noch schneller wechseln kann. Seltener haben spezielle Spannfutter eine Anzahl von Zähnen oder verwenden Magnete oder ähnliches, die dabei helfen, den Aufsatz zu halten.

Die einfachen Spannkopffutter

  • Einfach Spannkopffutter halten ihr Aufsätze mit Hilfe eines Zugprinzips. Eine Wechselvorrichtung hilft dabei, den Spannkopf, also den Aufsatz, in die Zugmechanik einzukuppeln. Der Aufsatz wird durch den Spannzylinder über das Zugrohr in den Kegel des Futterkörpers gezogen. Das Praktische an dieser Art des Spannfutters ist die hohe Steifigkeit, die Rundlaufpräzision und der leichte Wechsel der Aufsätze.

Die Form des Bohrfutters

  • Ein Bohrfutter funktioniert, indem der Aufsatz zwischen drei so genannten Spannbacken im Werkzeug festgeklemmt wird. Dies nennt man auch Dreibackenfutter. Der Vorteil dieser Art des Futters ist, dass die Aufsätze sich gut zentrieren lassen. Dies ist vor allem bei sich schnell drehenden Werkzeugen wichtig. Eine Schraube im Inneren des Futters wird beim Zudrehen in einen Kegel geschoben und spannt so das Werkzeug.
  • Schnellspann-Bohrfutter wenden große Kräfte an, um den Aufsatz einzuspannen, und lassen sich trotzdem problemlos per Hand spannen. Noch höher werden die Spannkräfte durch Zahnkränze oder zusätzlichem Spannen mit Schlüssel. Bohrfutter haben den Vorteil, den Aufsatz sehr stark einzuspannen und sich trotzdem leicht einstellen zu lassen.

Eine weitere Form: das Drehfutter

  • Drehfutter bezeichnet das Spannfutter in Drehmaschinen. Sie spannen runde, aber auch regelmäßig geformte kantige Werkstücke in ihren drei oder vier Backen ein, je nachdem, wie viele Kanten das Werkstück hat. Wird dieses Futter dann gespannt, so bewegen sich die Backen gleichmäßig in Richtung Drehachse. Das hat den Vorteil, dass der Aufsatz immer zentriert gespannt wird.
  • Da hochtourige Drehmaschinen enorme Fliehkräfte produzieren, hat man das Futter im Inneren mit Fliehgewichten ausgestattet, welche durch Hebel die Backen an den Aufsatz pressen. Weichere Spannbacken sind hierbei besser, da sie einen besseren Rundlauf ermöglichen. Die Spannfutter in solchen Maschinen werden entweder per Schlüssel oder bei größeren Maschinen hydraulisch per Pedal gestellt.