Eine unkonventionelle Methode für alle, die keine Zeit zu verlieren haben, ist das Speed Dating. Wie so viele verrückte, aber letztendlich überzeugende Ideen kommt auch diese aus den USA. In immer mehr Städten Deutschlands werden solche organisierten Zusammentreffen zwischen Singles inzwischen angeboten. Die meist kommerziellen Angebote richten sich sowohl an Flirtlustige ohne ernstere Absichten, als auch an Menschen auf der Suche nach dem Partner fürs Leben. Der Preis für eine Runde Speed Dating liegt meistens im Bereich zwischen zehn und 30 Euro.
Alle sieben Minuten eine neue Chance
Zweck des Speeddatings ist es, in kürzester Zeit viele neue Bekanntschaften zu schließen. Dazu wird eine stets gleich große Anzahl weiblicher und männlicher Singles eingeladen, in der Regel sieben bis zehn Personen jeden Geschlechts. Bei jeder Runde sitzen sich zwei der Kandidaten gegenüber, fragen sich gegenseitig nach Interessen, Hobbys oder Kinderwünschen aus und versuchen, sich von ihrer Schokoladenseite zu präsentieren. Der Clou dabei: Jedem Paar stehen nur sieben bis acht Minuten Zeit zur Verfügung. Nach Ablauf der Zeit ertönt ein Gong, und der nächste flirtwillige Kandidat ist an der Reihe. Auf einem Zettel notieren alle Teilnehmer, wen sie wieder sehen wollen, und wen nicht. Nur, wenn beide Partner aneinander Interesse zeigen, gibt die Agentur Telefonnummern oder e-mail Adressen weiter.
Meist funkt es auf den ersten Blick – oder gar nicht
Die Vorteile: Anders als beim Blind-Date muss man nicht der Höflichkeit halber zwei Stunden beim Candle-Light-Dinner ausharren, obwohl man eigentlich schon nach dem ersten Blick am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht hätte. Psychologen haben zudem herausgefunden, dass wir unser Urteil über andere Menschen ohnehin schon wenige Sekunden nach dem ersten Zusammentreffen fällen. Mit dieser ersten Einschätzung liegen wir oft erstaunlich richtig. Zeit genug, damit der Funke überspringt, bleibt beim Speeddating also allemal. Herauszufinden, ob er oder sie wirklich der Richtige oder die Traumfrau ist, bleibt den Kandidaten, die auf diesem Wege zueinander gefunden haben, dann selbst überlassen.
Keine Zeit für innere Werte
Schwer haben es beim Speeddating dagegen die Kandidaten, die äußerlich nicht ins klassische Attraktivitätsschema passen. Um die berühmten inneren Werte des anderen zu erforschen, reichen sieben Minuten natürlich nicht aus. So sind auch die Gesprächsinhalte meistens nicht entscheidend, wenn es darum geht, ob man sich wieder sieht, oder nicht. Äußere Attraktivität, Charme und Humor sind Trumpf, wenn man darauf aus ist, möglichst viele der Kandidaten bald wieder zu treffen. Aber wer möchte das schon, wenn man doch auf den einen, ganz besonderen Mensch wartet? Nicht enttäuscht sein sollten Männer, die weniger Kontaktwünsche bekommen, als erwartet: Frauen sind – nicht nur beim Speed Dating - wählerischer.