Speicheldrüsen angeschwollen: Ursachen und Behandlung

Angeschwollene Speicheldrüsen - Die Unterscheidung zwischen viraler, bakterieller und chronischer Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten.


Es gibt im menschlichen Körper drei verschiedene Speicheldrüsen. Die Ohrspeicheldrüse, die Unterkieferspeicheldrüse und die Unterzungenspeicheldrüse. Sie dienen dazu den Mund feucht zu halten und Nahrung aufzuweichen. Zudem produzieren sie ein Wasser- und Schleimgemisch, das Amylasen enthält. Diese leiten schon die ersten Schritte zur Verdauung ein und zersetzen Kohlenhydrate. Bei Es einer Erkrankung der Speicheldrüsen gibt es zwei wesentliche Unterschiede.

Virale Speicheldrüsenentzündung
Angeschwollene Speicheldrüsen, oder auch Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitiden) haben eine Vielzahl von Auslösern. Die häufigste ist die virale Infektion der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea), die oft durch das Mumpsvirus ausgelöst wird. Mumps, oder im Volksmund auch "Ziegenpeter" genannt, ist eine typische Kinderkrankheit und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Aber auch andere Erreger wie Zytomegalie-, Coxsackie-, Influenza- und HI-Virus können Entzündungen der Speicheldrüsen auslösen.
Bei einer viraler Speicheldrüsenentzündung werden nur die Symptome therapiert. Neben Schmerzmitteln und Flüssigkeitszufuhr wird der Speichel bewusst angeregt. Dabei muss der Patient unter anderem Kaugummi kauen, saure Drops essen oder bekommt Pilocarpin, ein speichelproduzierendes Medikament. Die Inkubationszeit beträgt zwölf bis 25 Tage. Wer einmal mit dem Mumpsvirus infiziert war, behält eine Lebenslange Immunität.

Bakterielle Speicheldrüsenentzündung
Die akuten bakteriellen Kopfspeicheldrüsenentzündung ist eine eitrige Entzündung. Sie tritt meist in der Ohrspeicheldrüse auf. Wenn die Unterkieferspeicheldrüse betroffen ist, ist die Ursache dafür oft eine Abflussbehinderung durch Speichelsteine oder schlecht sitzende Zahnprothesen. Der Erreger der bakteriellen Speicheldrüsenentzündung ist meist Staphylococcus aureus. Aber auch die Infektion durch Streptokokken oder Haemophilus influenzae ist möglich.
Wenn die Speicheldrüse erst einmal verstopft ist, oder der Speichelfluss behindert, trocknet der Mundraum und schafft gute Bedingungen für das Aufsteigen von Keimen.
Antibiotika, Schmerzmittel sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr dienen er Behandlung bei einer bakteriellen Erkrankung.

Chronische Speicheldrüsenentzündung
Wenn die Speicheldrüsen im Ohr angeschwollen sind, der Speichel milchig, körnig oder eitrig ist, kann sich die Entzündung chronisch verschlimmern.
Kieferstarre und starke, schubartige Schmerzen in den Drüsen sind die Folge. Die Ursachen für die chronisch bedingte Entzündungen sind bis heute nicht genau ermittelt.
Die Symptome werden bei bakterieller Parotitis mit Antibiotika, Schmerzmittel und Flüssigkeitszufuhr behandelt. Zwischen den Schüben ist es sinnvoll den Speichelfluss in den Speicheldrüsen anzuregen und auch Cortison kann wirksam sein.
Bei der häufigsten chronisch- entzündlichen Speicheldrüsenentzündung, der chronisch rezidivierenden Sialadenitis der Unterkieferdrüse, kann sich ein tumorartige Schwellung bilden. Man spricht vom "Küttner-Tumor".
Gegen die Schmerzen der Speicheldrüsen werden Antibiotika, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Oft ist aber eine operative Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse nötig.