Speichelstein

Durch die Speicheldrüsen wird der Mundraum mit Speichel versorgt. Besonders in den Unterkieferspeicheldrüsen kann sich der so genannte Speichelstein bilden, der die Drüsen verstopft.


Speichelstein entsteht in den Speicheldrüsen. In 80 Prozent der Fälle ist die Unterkieferspeicheldrüse betroffen, die restlichen 20 Prozent entfallen auf die Ohrspeicheldrüse. Schmerzhaft bemerkbar machen sich die in ihnen befindlichen Steine besonders dann, wenn die Drüsen am stärksten in Gebrauch sind – beim Essen. Die Ursache für diese Erkrankung, die man auch als Sialolithiasis bezeichnet, liegt in einer Blockade der Drüsenausgänge durch fest gewordenes Sekret. Meist sorgt eine Änderung der Speichelzusammensetzung dafür, dass dieser dickflüssig wird. Personen, die über längere Zeit hinweg zu wenig Flüssigkeit aufnehmen sind genauso gefährdet wie Patienten, die unter Mukoviszidose leiden. Während Männer etwa doppelt so häufig unter Speichelsteinen zu leiden haben wie Frauen, kann man im Bezug auf die Altersverteilung einen Schwerpunkt – nämlich eine Häufung im mittleren und höheren Lebensalter – feststellen.
 

Aus Salz wird Stein

Die im Drüsensekret vorhandenen Salze wie Calciumphosphat können sich durch die hohe Konzentration kristallisieren, also zu Steinen formen und die Ausgänge der Speicheldrüsen blockieren. Neben den Schmerzen, die manchmal schon dann einsetzen, wenn man nur an Essen denkt, treten auch Rötungen und Schwellungen im betroffenen Bereich auf. Bei Verdacht auf Sialolithiasis sollte man möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Denn durch den Druck, den Steine in den Drüsengängen verursachen, können sich die Speicheldrüsen entzünden. Außerdem muss abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um Speichelsteine oder um eine andere Erkrankung, beispielsweise einen Tumor, handelt. 

 

Im Ernstfall bei Speichelstein hilft nur OP

Zunächst wird der Mediziner durch Tasten feststellen, wie tief die Steine liegen. Im Frühstadium und bei einer Lage nah den Drüsenausgängen genügt es manchmal, diese auszumassieren. Ist dies auch nach Weitung mittels einer Sonde nicht möglich, müssen sie auf anderem Weg – chirurgisch oder mit Hilfe von Ultraschallwellen, die die Steine zerkleinern – entfernt werden. Meist liegen hinter einem Speichelstein noch weitere, die nach dessen Entfernung nachrücken. Daher hilft manchmal nur eine Entfernung der gesamten Speicheldrüse. Medikamente sind bei Speichelsteinen in aller Regel nicht hilfreich.