Speicherheizung: Vor- und Nachteile

Die Speicherheizung stellt unter Abwägung von Vor- und Nachteilen weiterhin eine wichtige Alternative dar.


Die Speicherheizung wird von Wohnungseigentümern und Bauherren häufig als potenzielle Möglichkeit der Wohnraumbeheizung herangezogen. Bis vor einigen Jahren galt die Nachtspeicherheizung als eine der günstigsten Heizungsmöglichkeiten überhaupt. Durch den vergünstigten Stromtarif hatte die Speicherheizung über einige Jahrzehnte einen Wettbewerbsvorteil. In einigen Jahren soll jedoch der günstige Tarif für die Speicherheizung entfallen. Gleichzeitg steigen aber auch die Energiekosten für Heizöl, Erdgas und Holz immer weiter an. Letztlich wird jeder Wohnungseigentümer oder Bauherr für sich selbst unter Berücksichtigung seiner individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse entscheiden, ob die Speicherheizung unter Heranziehung und Vergleich der Vor- und Nachteile, die ideale Beheizungsmöglichkeit darstellt.

Funktionsweise und Montage der Heizung

  • Das System einer Speicherheizung besteht aus mehreren Speicheröfen, welche über eine zentrale Steuereinheit geregelt werden. Wie bei anderen Heizungssystemen, besteht eine Regelung der Heizleistung aufgrund der herrschenden Außentemperatur. Ein Fühler misst die Außentemperatur und leitet die Informatlion an die Regeleinheit. Durch die Regeleinheit werden die einzelnen Öfen für die Raumaufheizung mit der gewünschten Temperatur entsprechend mit elektrischer Energie versorgt.
  • Der Nutzer kann in der Steuereinheit eine individuelle Einstellung vornehmen. Zum Beispiel die Einstellung "Bei einer Außentemperatur von Minus sieben Grad die Öfen voll laden, also auf die maximal mögliche Heizleistung bringen". Vom Regler im Sicherungskasten führen je zwei Stromleitungen zu jedem einzelnen Ofen. Eine Leitung versorgt den Speicherofen mit der notwendigen elektrischen Energie.
  • Die zweite Leitung dient der Steuerung des Heizofens. Ein Speicherofen besteht aus einem Gehäuse, einer Schaltereinheit, einem Gebläse und einem Kern mit Heizspirale. Die Heizspirale wird zeitweise mit Strom versorgt und heizt die Schamottsteine des Ofenkerns auf. Durch ein Gebläse kann die Wärmeabstrahlung des Ofens durch das Herausblasen warmer Luft unterstützt werden.

Vorteile

  • Es werden keine Öltanks Holzlagerräume oder Gasleitungen benötigt. Zudem ist kein Kamin und kein Heizraum erforderlich. Die Heizung kann einfach abgeschaltet und jederzeit wieder eingeschaltet werden. Es ist keine Wartung erforderlich, Kein Kundendienst oder Schornsteinfeger kommt zum Einsatz. Die Heizung verursacht keine Geräusche so wie beispielsweise eine Ölheizungsanlage.
  • Die Heizung ist äußerst ökonomisch und effektiv, da kein Wärmeverlust oder Energieverlust in Leitungen, Heizräumen oder Kaminen vorhanden ist. Die Heizung verbraucht für ihre eigne Steuerung keinen nennenswerten Strom wie im Vergleich zur Ölheizung, welche Kontrollcenter, Brenner und Pumpen elektrisch betreibt oder einer Wärmepumpe, welche selbst viel Strom verbraucht.
  • Jeder einzelne Ofen lässt sich individuell regeln oder abschalten. Es ist auch möglich, nur einen einzelnen Ofen zu betreiben und alle anderen abzuschalten. Dies wäre bei einer Ölheizungsanlage absolut unwirtschaftlich. Die Heizung wird in den Sommermonaten einfach abgeschaltet und verursacht in dieser Zeit keinerlei Kosten. Die Montage der Leitungen und Öfen ist günstig. Die Nutzungsdauer liegt bei über 30/40 Jahren.
  • Keine erhöhte Feuergefahr im Haus. Kein Geruch eines Heizraumes nach Öl und Rauch. Die Heizung ist umweltfreundlich, sofern der Strom nicht umweltbelastend erzeugt wird.

Nachteile

  • Es kann bei raschem Wechsel der Außentemperatur vorkommen, dass bis zur erforderlichen Aufladung der Öfen ein halber Tag vergeht. Umgekehrt kann es vorkommen, daß die Öfen in einer kalten Nacht aufheizen und es tagsüber zu hohen Außentemperaturen kommt. Es tritt dann ein Effekt leichter Überheizung ein. Dies sind jedoch nur seltene Konstellationen in den Übergangszeiten, welche bei anderen Heizungssystmen auch vorkommen können.
  • Der Speicherheizung wird neuerdings angelastet, daß sie durch den Stromverbrauch zu CO2-Ausstoß beitrage. Dieses Argument ist jedoch Theorie, da zum Beipiel eine Ölheizung, welche die gleiche Heizleistung erbringen soll ebenfalls einen vergleichbren CO2-Ausstoß verursacht. Dieses Argument gegen die Speicherheizung wird politisch aufgeführt, um den Wegfall der Tarife für Speicherheizungen zu rechtfertigen.

Fazit

  • Die Speicherheizung ist eine kostengünstige und sparsame Alternative zur Wohnraumbeheizung. Auch wenn der bisherige günstige Stromtarif in einigen Jahren wegfällt, kann die Speicherheizung aufgrund der sonstigen damit verbundenen Vorteile mit den anderen Heizungssystemen mithalten.
  • Dies gilt insbesondere für Wohnungen, die nicht genügend Platz für eine andere Heizungsanlage zur Verfügung haben. Ob sich die Speicherheizung langfristig halten kann, ist vor allem von der künftigen Entwicklung der Öl- Gas- und Strompreise abhängig.