Spezielle Haustiere: Schlangen

Diese Reptilien sind ganz besondere Haustiere. Schlangen sind zweifellos faszinierende Tiere, einfach in der Pflege sind sie aber nicht.


Schlangen haben in der Kulturgeschichte schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Sie waren es, die Eva verführt haben, vom Baum der Erkenntnis zu naschen, sie sind aber auch ein Symbol für Gesundheit und Medizin, da sie Bestandteil des Äskulapstabs sind – dem Sinnbild der Ärzteschaft. Schlangen wurden und werden noch immer äußerst ambivalent wahrgenommen: Genauso wie sie in der Mythologie für böses Blut sorgen können oder auch positive Assoziationen hervorrufen, ist es auch mit der Schlange als Haustier. Viele Menschen denken mit Ekel und großem Widerwillen an sie, andere lieben die Faszination des Exotischen und schaffen sich eine Schlange als Haustier an. Gehören Sie zu letzterem Lager, wissen Sie bestimmt schon, dass Schlangen zwar äußerst interessante Mitbewohner sind, aber auch enorme Ansprüche an ihre Pflege stellen.

Erlaubnis des Mieters holen

Bevor man überhaupt daran denkt, sich eine Schlange zuzulegen, sollte man seinen Vermieter fragen, ob er eine Haltung erlaubt. Denn in vielen Mietverträgen ist eine Haltung ausgeschlossen, auch, weil Nachbarn solche Mitbewohner sehr ungern sehen. Haben Sie die schriftliche Erlaubnis, sollten Sie dennoch Ihre Nachbarn informieren, damit es später nicht zum Streit kommt.

Mit hohen Kosten rechnen

Ein weiterer Aspekt, den Sie bedenken sollten, ist der Kostenfaktor. Sie sind keine billigen Haustiere. Schlangen können je nach Art, schonmal einen ganzen Monatslohn kosten - allein die Anschaffung einer Grünen Baumpython kann bis zu 1.500 Euro kosten. Dazu kommen die Kosten für Terrarium, Beleuchtung, Futter und Beheizung. Für große Schlangen ist es eventuell sogar empfehlenswert, das Terrarium selbst zu bauen, um optimale Lebensbedingungen zu gewährleisten. Auch der Besuch beim Tierarzt kann richtig ins Geld gehen.

Optimale Lebensbedingungen schaffen – auch für die Nachbarn

In einem Terrarium müssen optimale Lebensbedingungen geschaffen werden, damit sich die Schlange wohlfühlt und gesund bleibt. So sollte das Terrarium über verschiedene Temperaturbereiche verfügen, denn Schlangen sind wechselwarme Tiere, die sich ihren favorisierten Platz selbst aussuchen. Kühlere Bereiche sind ideal für die Häutungsphase und Sonnenplätze mit einer Temperatur von bis zu 35 Grad dienen dazu, die Verdauung zu beschleunigen. Neben der Temperatur muss auch die Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Belüftung stimmen.
Wer Kletter- oder Riesenschlangen halten möchte, braucht neben einem absolut lückenlosen Behälter auch ein stabiles Schloss, damit die Schlange nicht die Verriegelung lösen kann und flüchtet. Läuft es ganz schlecht, muss in so einem Fall sogar die Feuerwehr anrücken, um das entlaufene Haustier wieder einzufangen, der Halter muss dann für die Kosten aufkommen.

Vorsicht: Lebendfutter

Wer sich als Haustiere Schlangen aussucht, darf keine Gegenliebe von den Tieren erwarten. Eine Schlange ist wahrlich kein Tier, das leicht zugänglich ist. Sie erkennt ihren Halter nicht, ist wenig kuschelfreundlich und „bedankt“ sich auch nicht für eine vorbildliche Pflege. Hinzu kommt, dass man als Schlangenbesitzer seine Scheu überwinden muss, denn Schlangen benötigen meist Lebendfutter, je nach Größe Insekten, Fische oder Mäuse. Nur nachgezüchtete Tiere geben sich oft auch mit toter Nahrung zufrieden. Wer Schlangen füttern möchte, braucht Nerven. Neben dem Kostenfaktor, der zu denken geben sollte, so schlägt eine Maus mit 2 Euro zubuche, muss man den Fressvorgang beobachten, um sicherzugehen, dass die Beute die Schlange nicht verletzt. Im Notfall muss man eingreifen können.