Spiegeltherapie

Ein noch recht neues Verfahren in der Rehabilitation ist die Spiegeltherapie, die auf der Annahme beruht, dass allein die Vorstellung einer Bewegung ausreicht, Nervenzellen anzuregen.


Eine noch recht neue Therapie zur Behandlung von Lähmungen und Schwächen infolge eines Schlaganfalls, ist die Spiegeltherapie. Sie nutzt bewusst die Fähigkeit des Gehirns, sich alte Verhaltensweisen, die durch den Infarkt verloren gegangen sind, durch Lernen wieder anzueignen. Neue Nervenzellen übernehmen, mit ausreichend Training, die Aufgabe der abgestorbenen – so die Idee.

Mental Imagery Theorie
Die Spiegeltherapie beruht auf der sogenannten Mental-Imagery-Theorie, deren grundlegende Annahme ist, dass bereits das Vorstellen bestimmter Bewegungsabläufe Nervenzellen aktiviert. Die Spiegelneuronen spielen hierbei eine besondere Rolle – spezielle Nervenzellen, die Beobachtungen und Geräusche mit der eigentlich ausgeführten Bewegung verbinden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bereits durch die Imagination der Bewegung diese Spiegelneuronen aktiv werden und Signale an die entsprechenden Nervenbahnen senden.

Ablauf
In reizarmer Umgebung – die Konzentration sollte während der Übungen möglichst nicht gestört werden – wird der Patient vor einem Spiegel positioniert, der vertikal vor dem Oberkörper aufgestellt ist. Die gesunde Extremität ist für den Patienten sichtbar, der gelähmte Körperteil bleibt im Verborgenen. Nun soll der Betroffene verschiedene Bewegungsabläufe ausführen, beispielsweise eine Greifübung. Wichtig ist, dass mit beiden Armen oder Beinen die Bewegung ausgeführt wird. Zudem muss der Patient die jeweiligen Abläufe bewusst verinnerlichen. Durch den Spiegel entsteht eine starke visuelle Stimulation des Gehirns: Es wird der Eindruck vermittelt, dass sich auch der gelähmte Körperteil fehlerfrei bewegt, ein Eindruck, der für das Gehirn von enormer Wichtigkeit ist. Das Gehirn erhält ein illusorisches Feedback, welches dem Patienten ermöglicht, die Bewegungen wieder zu erlernen.