Spielzeuggewehr für Kinder: Was Eltern beachten sollten

Das Spiel mit einem Spielzeuggewehr gehört zu der Entwicklung kleiner Jungen, aber sollte stets im Auge behalten werden, um bei Bedarf eingreifen zu können.


Studien zu Folge sind es immer noch fast ausschließlich Jungs, die sich früher oder später für ein Spielzeuggewehr interessieren. Selten haben auch Mädchen Interesse an derartigem Spielzeug. Jungs versetzen sich mit einem Spielzeuggewehr in die Rolle ihrer starken Vorbilder, wie zum Beispiel Soldaten oder Polizisten. Doch auch Piraten oder Wikinger, die ihnen aus diversen Medien bekannt sind, werden so imitiert.

Ein Spielzeuggewehr ist wichtig für die kindliche Entwicklung

Mit einem Spielzeuggewehr werden nicht nur Vorbilder nachgeahmt. Generell wird das Angreifen und Verteidigen erprobt. Dadurch lernen die Kinder den Unterschied zwischen Gut und Böse. Daher sollten Eltern nicht grundsätzlich verbieten, mit einer Spielzeugpistole auf Menschen zu zielen. In derartigen „Freund-Feind“-Spielen lernen die Kinder nicht nur zwischen Gut und Böse zu unterschieden. Sie bekommen auch ein Gefühl von Macht, wenn sie das Gewehr in Händen halten. Auf der anderen Seite lernen sie auch, wie es ist, hilflos zu sein, wenn sie eben keine Waffe in der Hand haben und dem Angreifer gegenüberstehen. Häufig dienen derartigen Spiele auch dazu, das „Totsein“ auszuprobieren. Da der Tod im Spiel nicht schlimm ist, weil man ja jederzeit wieder aufstehen kann, wenn man „genug tot“ war, verlieren Kinder so auch in der Realität die Angst vor dem Tod.

Wann Eltern bei dem Spiel mit dem Spielzeuggewehr eingreifen sollten

Auch wenn das Spiel mit einer Spielzeugpistole eine ganz normale Entwicklungsphase von vier- bis fünfjährigen Jungen ist, stößt dieses Spielzeug bei Eltern oft nur auf sehr wenig Begeisterung. Erwachsene assoziieren mit derartigen Spielzeugen häufig Krieg, Gewalt, Tod und Trauer. Dennoch sollten Eltern den Kindern nicht einfach verbieten, mit einem Gewehr oder einem Holzschwert zu spielen. Sie sollten ihnen die Gründe für ihre Ablehnung gegenüber derartigen Dingen erklären und können so eventuell sogar schon erstes Interesse für historische Ereignisse bei den Kleinen wecken. Des Weiteren sollten die Eltern den Kindern ausreichend Alternativen zum Spielzeuggewehr bieten. Dies können zum Beispiel ein Malbuch oder ein Fahrrad sein. Experten zu Folge haben das Spielzeuggewehr oder die Wasserpistole aber keinerlei negative Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder. Aggressives Verhalten beispielsweise ist keine Folge des „Feind-Freund“-Spiels, sondern rührt vielmehr daher, welches Verhalten ihnen vorgelebt wird. Drastisch eingreifen sollten Eltern erst, wenn das Spiel des Kindes von zerstörerischer Gewalt bestimmt wird. Werden also beispielsweise Kinder mit den Schwertern wirklich gehauen, sodass es ihnen wehtut, sollten Eltern dringend einschreiten. Außerdem sollte man hellhörig werden, wenn Kinder ausschließlich mit einem Spielzeuggewehr oder einem Holzschwert spielen möchten. Eventuell verarbeiten sie so Gewalterfahrungen, die sie im Kindergarten oder der Familie gemacht haben.