Spielzeugland - Ein Kurzfilm

Spielzeugland ist die dramatische Geschichte einer Freundschaft in einer Zeit, in der die Hoffnung schon fast verloren schien.


Spielzeugland ist ein mit nationalen und internationalen Preisen mehrfach ausgezeichneter deutscher Kurzfilm aus dem Jahre 2007, vom Oscar-Gewinner Jochen Alexander Freydank.

Handlung
Das vierzehnminütige Werk spielt im Jahre 1942 im nationalsozialistisch Deutschen Reich und zeigt die bewegende Geschichte einer Freundschaft. In einem alten, mehrstöckigen Mietshaus mit mehreren Parteien, spielen zwei Kinder miteinander Klavier und deren Mütter lauschen dem wohlklingenden Stück. Die Jungen Heinrich Meißner und David Silberstein sind die besten Freunde. Frau Meißner und ihr Sohn Heinrich leben alleine, möglicherweise ist der Vater im Krieg gefallen. Die jüdische Familie Silberstein weiß, dass sie bald eine Reise anzutreten hat.

Als David und seinen Eltern als Juden die Deportation droht, erzählt Heinrichs Mutter ihm eine Notlüge. Sein Freund und seine Familie zögen ins Spielzeugland und es sei nicht möglich mitzukommen, da es bis dorthin ein weiter Weg sei, außerdem gäbe es dort riesengroße Teddybären. Heinrich möchte aber unbedingt seinem Freund ins Spielzeugland folgen, denn sie sind Blutsbrüder und haben sich geschworen, immer zusammenzuhalten. Und so packt er seinen kleinen Koffer, klemmt sich Paulchen den Bären unter seinen Arm und folgt seinem Freund und dessen Familie nach, als diese am Morgen abgeholt werden.

David und seine Eltern werden in einen Transporter geladen, aber Heinrich wird aufgehalten. Auf sein Flehen mitkommen zu wollen, erwidert David, dass es doch gar kein Spielzeugland gebe. Heinrichs Mutter hat in der Zwischenzeit das Verschwinden ihres Sohnes bemerkt. Aufgebracht stürmt sie die Treppen hinunter und hält kurz bei der komplett verwüsteten Wohnung ihrer Nachbarn inne. Sie läuft zum Bahnhof, in der Hoffnung, die Züge seinen noch nicht abgefahren. Die Mutter bittet einen Offizier um Hilfe. Die Juden warten bereits in den Waggons auf ihren Abtransport. Heinrich ist nicht unter ihnen, aber David und seine Eltern. Marianne gibt ihn als ihren eigenen Sohn aus und schweren Herzens lassen seine Eltern sie David mit sich nehmen, was ihm vermutlich das Leben gerettet hat.

Ein Hoffnungsschimmer am Firmament

In der Abschlussszene sieht man die Hände zweier alter Männer, die gemeinsam, so wie einst schon als kleine Jungen, Seite an Seite und glücklich vereint, Klavier spielen. Die letzte Einblendung in „Spielzeugland“ gibt dem Zuschauer noch einen Blick auf ein Familienfoto der Familie Silberstein aus glücklichen Kindheitstagen.