Spiritusbrenner: Vor- und Nachteile

Bei Spiritusbrennern gibt es Unterschiede und auch im Gebrauch ist einiges zu beachten.


Nachdem die Wahl des Reisegebiets und der Art des Reisens abgeschlossen sind, stellt sich als nächstes die Frage nach der richtigen und notwendigen Ausrüstung. Im Mittelpunkt von Outdoor-Travellern steht dabei die Wahl des geeigneten Kochers. Ein Spiritusbrenner kann eine sehr gute Option sein, wenn im Vorfeld einige Dinge beachtet werden.

Überblick über verschiedene Brennstoffkocher

  • Neben dem Spiritusbrenner bieten sich Kocher für den Einsatz mit Gas, Benzin oder Petroleum an. Der Gaskocher ist weltweit verbreitet und reicht vom kleinen Steckkartuschen-Kocher für 1 bis 2 Personen bis zum Flüssiggas-betriebenen Großkocher für Reisegruppen. Die Handhabung ist einfach, die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts sehr hoch. Benzinkocher haben eine sehr gute Brennleistung, müssen aber regelmäßig gewartet werden.
  • Nachteilig wirkt sich der üble Geruch beim Verbrennen des Benzins aus. Manche Geräte lassen sich zusätzlich mit Petroleum betreiben. Wegen des hohen Flammpunkts wird zum Entzünden ein Starter in Form von Spiritus oder einer speziellen Anzünd-Paste benötigt.Eine Kombination der verschiedenen Brennstoffe erlaubt ein Multifuel-Brenner, der mit Gas-Ventilkartuschen, Benzin oder Petroleum betrieben werden kann. Auch beim Spirituskocher ist die Umrüstung auf Gas möglich.

Vorteil und Probleme beim Einsatz von Spiritusbrennern

  • Ein Spirituskocher ist zusammen mit dem Brennstoff leicht im Gewicht und einfach in der Handhabung. Er besteht in der Regel aus einem System aus Brenner, Windschutz, Pfanne und Töpfen, die ineinander verstaut werden. Die Maße sind mit einem Durchmesser von 22 cm und einer Höhe von 11 cm gering. Der Kocher findet so gut Platz im Rucksack oder in den Fahrradtaschen. Das Gewicht liegt mit ca. 900 Gramm höher als bei anderen Kochern. Ein Gewichtsersparnis ergibt sich durch den Brennstoff selbst, der nicht in schweren Kartuschen oder Kanistern transportiert werden muss.
  • Die gekaufte Plastikflasche mit dem Brennspiritus reicht normalerweise völlig. Der Inhalt einer Flasche mit einem Liter Spiritus bringt ca. 20 bis 25 Liter Wasser zum Kochen. Je nach Temperatur, Höhenlage oder Luftdruck kocht ein Liter Wasser in ca. 10 bis 20 Minuten. Ein Spiritusbrenner arbeitet leise und weitgehend geruchlos, ist sehr standfest und bei starkem Wind besonders leistungsfähig. Durch die geringe Hitzeentwicklung nach unten und die vom Windschutz umhüllte Flamme kann ein Spirituskocher im Notfall auch in einer Hütte oder im Vorzelt betrieben werden.
  • Das Brennelement beim Spirituskocher besteht aus einer Kartusche, einem Aufsatz zur Regulierung der Flamme und einem mit Dichtring versehenem Deckel. In die Kartusche wird der Brennspiritus eingefüllt und steigt in die oben mit kleinen Brenndüsen versehene Außenkammer. Als Brennstoff für den Spiritusbrenner bewährt sich Spiritus mit einem 10-prozentigen Zusatz von Wasser. Dies verhindert das Verrußen der Töpfe durch die Kochflamme.
  • Bei kalten Temperaturen kann der Brenner vor Benutzung in der Hosentasche gewärmt werden. Falls die Brennleistung nachlässt, sind unter Umständen die Düsen der Kartusche durch Kalk verstopft. Die weißen Ablagerungen lassen sich mit einer Nadel leicht wieder entfernen.
  • Wird der Spiritusbrenner längere Zeit nicht benützt, sollten Spiritusreste im Brenner vollständig abgebrannt werden. Brennspiritus ist in Mittel- und Nordeuropa flächendeckend zu erhalten, in den USA in Ausrüstungsläden und in Australien im Supermarkt.
  • Normalerweise ist Brennspiritus eingefärbt und vom weißen Reinigungsspiritus gut zu unterscheiden. In manchen Ländern muss man den Weg zur Apotheke suchen. Dort erhält man Brennspiritus oder die alternative Notlösung des medizinischen Alkohols. Egal welcher Brenner letztendlich mit auf die Reise geht, alle haben eines gemeinsam: Der benötigte Brennstoff darf nicht ins Flugzeug mitgenommen werden, sondern muss bei Ankunft im Reiseland angeschafft werden.