Sport Stacking - der schnellste Hochstapler gewinnt

Das Sport Stacking, zu Deutsch ,,Sport-Stapeln\", scheint sich zu einer neuen sportlichen Disziplin an deutschen Schulen durchzusetzen.


Bei der neuen Geschicklichkeitssportart, die sich auch unter dem Namen Speed-Stacking (Schnellstapeln) etabliert hat, geht es darum, aus einem Satz von zwölf speziell geformten Plastikbechern, sogenannten „cups“, Pyramiden in einer bestimmten Reihenfolge aufzu- und wieder abzubauen. Dabei spielt Schnelligkeit natürlich eine wichtige Rolle.

Die Anfänge des Sport-Stackings
Erfunden wurde der schnelle Sport ursprünglich von der amerikanischen Spielzeugfirma Hasbro in den achtziger Jahren, wurde jedoch nie wirklich von der Spielzeugindustrie angenommen, da die Käufer zunächst ausblieben. Erst seit amerikanische Lehrer vor einigen Jahren das Spiel wieder entdeckten und in ihren Unterricht aufnahmen gehört das Sport-Stacking in mehr als 20.000 US- Schulen zum festen Schulprogramm. Was zunächst ein Trend der USA war, wurde ab 2004 auch in Deutschland immer beliebter: Nicht nur steigen täglich die Zahlen der Stacking-Vereine, sondern deutsche Schulen bemerken ebenfalls zunehmend die positiven Auswirkungen des „schnellen Stapelns“ auf ihre Schüler.

Psychologische und neurologische Erkenntnisse
US-Forscher fanden heraus, das Sport Stacking die motorischen Fähigkeiten der „Stapler“ enorm steigert. Dies liegt vor allem daran, dass sich beim Stapeln der Plastikbecher ein schnelles, sich überkreuzendes Wechselspiel von linker und rechter Hand stattfindet, bei welchem die rechte und die linke Gehirnhälfte gleichermaßen aktiviert werden. Dies fördert nicht nur eine verbesserte Koordination von Händen und Augen, sondern auch die Entstehung neuer Nervenbahnen, was wiederum beim Erlernen anderer Inhalte oder Fertigkeiten sehr von Vorteil ist. Auch bei geistig benachteiligten Menschen, die das Sport-Stacking ausübten, konnte eine verbesserte Feinmotorik und Koordination festgestellt werden.

Sport-Stacking an deutschen Schulen
War Sport Stacking bis jetzt Freizeitbeschäftigung und bloßes Hobby, erhält die neue Disziplin vermehrt Einzug in deutschen Schulen. Immerhin konnte bei Grundschülern nach nur fünf Wochen bereits eine verbesserte Reaktionsfähigkeit nachgewiesen werden. Sport-Stacking ist also längst nicht mehr „nur“ Sport. So lassen viele Schulen ihre Schüler zehn Minuten vor Beginn des Unterrichts die Becher stapeln – sozusagen als Einstiegs- und Aufwärmprogramm für die Konzentration.