Der ursprüngliche Einsatzort für Schalldämpfer war beim Militär und bei der Polizei. Mit einem rohrförmigen Aufsatz am Gewehr- oder Pistolenkolben wollte man die Reduktion von Lärm erreichen. Dies hatte zwei Vorteile: Ein lauter Knall kann leicht das Trommelfell zerstören, was durch einen Schalldämpfer verhindert wird. Zum anderen haben Polizisten mit einer „leisen“ Pistole einen Vorteil gegenüber dem Verfolgten, was damit der Tarnung entgegenkommt. Auch und gerade im Straßenverkehr können PKWs und Motorräder ziemlich schnell einen hohen Geräuschpegel erreichen. Vor allem beim Anfahren oder Abbremsen erzeugen Fahrzeuge mit einem Sportauspuff hohe Frequenzen, was viele Menschen als störend empfinden. Schall kann bereits bei 65 bis 70 Dezibel (dB) gesundheitliche Schäden bei anderen Personen verursachen. Darum müssen frisierte motorisierte Zweiräder und Autos einen Sportschalldämpfer an den Auspuff montieren. Das ist eine Vorschrift, die der Gesetzgeber der Bundesrepublik Deutschland im sogenannten „Bundes-Immissionsschutzgesetz“ (BlmSchG) festgelegt hat. Paragraph 41 bis 43 schreiben sportbegeisterten Fahrern vor, Maßnahmen gegen Lärm ergreifen. Dazu gehört vor allem der Sportschalldämpfer.
Doch gerade beim Kauf eines Schalldämpfers sollten sich Kunden über unterschiedliche Modelle und die gesetzlichen Richtlinien beim Einbau informieren.Welche Arten von Sportschalldämpfer sind im Handel erhältlich? Was gibt es dabei zu beachten? Was ist ein Schalldämpfer überhaupt?
Warum Schall dämpfen
Alle technischen und natürlichen Bewegungen erzeugen Schall. Lärm ist nichts anderes, als Schall, der jedoch gesundheitsschädliche und störende Wirkungen hat. Das „Bundes-Immissionsschutzgesetz“ wurde bereits 1974 vor dem Hintergrund eines ökologischen Bewusstseins verabschiedet. Dieses sieht bereits in Motorgeräuschen von 65 dB Beeinträchtigungen und Gefahren für die menschliche Gesundheit. Damit muss ein Sportschalldämpfer dafür sorgen, dass für die jeweiligen eine Schallgrenze von 65 bis 80 dB nicht überschritten wird.
Inzwischen haben Konstrukteure und Schallexperten eine große Palette an Sportschalldämpfern entwickelt, die nicht nur Lärm bekämpfen, sondern sogar den Sound eines Autos oder Motorrads verbessern.
Unterschiedliche Ausführungen von Schalldämpfern
Verschiedene Ausführungen von Sportschalldämpfern sind momentan im Handel erhältlich. Sie werden entweder als Aufsatz am hinteren Ende eines Auspuffs oder als Mittelteil des Auspuffs montiert. Besonders oft und gerne wird bei Motorrädern der sogenannte „Gerollte Schalldämpfer“ benutzt. Hierbei handelt es sich um die einfachste Form. An beiden Enden wird der Schalldämpfer, der die Form eines Zylinders hat, zugespitzt. Somit entsteht insgesamt ein geschlossenes, nur an beiden Enden geöffnetes Gehäuse. Dieser Sportschalldämpfer eignet sich ins besondere für Kombinationen mit Partikelfiltern (zum Beispiel beim Nachrüsten mit Dieselpartikelfiltern) und Katalysatoren.
Eine andere Variante ist der „Winkelschalldämpfer“. Er unterscheidet sich vom gerollten Typ vor allem durch ein quaderförmiges, rechteckiges Gehäuse, das an beiden Enden ebenfalls quadratisch geöffnet ist. Der Winkelschalldämpfer wird von den meisten Autofahrern bevorzugt.
Bei Fahrzeugen mit wenig Raum im Unterboden wird gerne der „Schalenschalldämpfer“ eingebaut. Er ist flach gepresst, hat jedoch dieselbe erforderliche lärmmindernde Wirkung, wie die anderen Modelle. Mit dem „Light-Weight-Schalldämpfer“ werden alle PKW-Fahrer angesprochen, die neben auf die Gewichtsreduktion und damit auf den Verbrauch ihres Fahrzeugs achten. Speziell behandeltes Material sorgt für eine ideale Kombination von dünner Gehäusewand und verbessertem Sound.
Wer sich einen Sportauspuff kaufen will oder muss, sollte zunächst überlegen, welches Modell für sein Fahrzeug geeignet ist. Denn davon hängt ab, ob die Wahl auf einen Endschalldämpfer oder einen Vor -und Mittelschalldämpfer fällt. Diese funktionieren nach dem Prinzip der Schallreflexion und Schallabsorption. Der Endschalldämpfer kombiniert beide Prinzipien.
Erforderliche Überprüfungen vor Kauf und Einbau
Der Sportschalldämpfer ist nicht einfach nur ein beliebiges Schmuckstück an Auto und Motorrad, sondern er muss zugelassen werden. Dazu sind folgende, von der Europäischen Union geregelten Maßnahmen erforderlich:
1. Übereinstimmung von Motor -und Fahrzeugtyp mit der Betriebserlaubnis
2. EU-Betriebserlaubnis des Fahrzeugs muss mit dem Sportschalldämpfer mitgeführt werden
3. EU -und TÜV-geprüfte Kennzeichnungspflichten des Schalldämpfers
Fehlt die erforderliche E-Kennzeichnungspflicht, muss diese beim Einbau des Sportschalldämpfers vorliegen. Auch das Fahrzeug selbst benötigt eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), die Freigabe des Herstellers, Gutachten, so wie der Fahrzeughalte alle für ihn maßgeblichen Unterlagen, wie Führerschein und Personalausweis mit sich führen muss.