Sportseeschifferschein: Hinweise zur Prüfung

Der Sportseeschifferschein ist ein amtliches Befähigungszeugnis, das den Inhaber berechtigt, in Küstengewässern und europäischen Binnengewässern Yachten zu führen.


Der Sportseeschifferschein ist durch einen UN-Beschluss eingeführt worden. Er berechtigt zum Führen von Sportbooten in Ost- und Nordsee, Mittelmeer, Schwarzem Meer und etlichen anderen europäischen Seegebieten.

Theoretischer Teil
Generell gilt die Pflicht zum Führen des Sportseeschifferschein in Küstengewässern bis zu 30 Seemeilen Abstand von der Küste. Er ist ein weltweit anerkanntes Zertifikat, das durch eine theoretische und praktische Prüfung vor einer Prüfungskommission des Deutschen Seglerverbandes in Hamburg erworben wird. Die rund vierstündige theoretische Prüfung wird in den Fächern Navigation, Seemannschaft, Schifffahrtsrecht und Wetterkunde abgelegt. In jedem Fach muss der Prüfling mindestens 65 Prozent der möglichen Punktzahl erreichen. Erreicht er wenigstens 55 Prozent der möglichen Punkte, erfolgt am nächsten Tag eine Nachprüfung.

Praktische Prüfung
Anschließend folgt die praktische Prüfung in den gleichen Fächern. Der angehende Segler muss manövrieren können, mit Segeln und Tauwerk umgehend und sich mit der Sicherheit an Bord auskennen. Er muss nachweisen, dass er mit Navigation Kompass, GPS und Radar umgehen kann. Er muss die Wetterlage beurteilen können, einen Seewetterbericht aufnehmen und die Instrumente ablesen können. Schließlich muss der Prüfling mit dem Motor, der Gas- und der elektrischen Anlage umgehen können.

Hohe Voraussetzungen für die Prüfung
Die Prüfung zum Sportseeschifferschein kann in beliebiger Reihenfolge innerhalb von 36 Monaten abgelegt werden. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung für den Sportseeschifferschein ist der Besitz des Sportbootführerscheins See und der Nachweis, dass seit dessen Erteilung 500 Seemeilen als Wachführer oder dessen Vertreter zurück gelegt worden sind. Dieser Nachweis kann durch die Vorlage gewisser Qualifikationen ersetzt werden. Bis zur praktischen Prüfung müssen dann weitere 500 Seemeilen zurückgelegt werden. Für die Prüfung und den vorangehenden Lehrgang sind hohe Gebühren zu entrichten.

Die Prüfung für den Sportseeschifferschein erfordert professionelle Kenntnisse
Der normale Segler dürfte mit den Anforderungen für diesen Schein überfordert sein. Für das normale Hobby Seesegeln ist der Sportseeschifferschein auch bislang nicht erforderlich. Gedacht ist er für professionelle Segler, die über ihr Hobby hinaus mit Segelyachten sportlich oder gewerblich Geld verdienen wollen. Nur die werden Geld und Zeit für Vorbereitung und Prüfung selbst aufbringen wollen und können.